Jahrhundert, X. Capitel. z 6z
meisten Geschichtschreiber sind also in Ansehung des Ge-neral Monks verfahren. Sie machen zu einer uner-gründlichen Verstellung, die nach ihrer Meinung die Um-stände unumgänglich machten, seine begangene Schwach-heiten und Unbesonnenheit, die ihren Grund doch in nichtsanders hatten, als in seiner Unentschlossenheit und schüch-ternem Wesen. Sie erschöpften sich recht an günstigenMuthmaßungen von seinen Handlungen. Aber man ur-theile von diesem Feldherrn aus seinen zusammen gehalte-nen Thaten, und vergleiche eine mit der andern. So-bald dieselben in ihrer wahren Beschaffenheit vor Augenliegen, so muß die Verknüpfung derselben zu einem Be«wcisthum werden, welcher über alles Ansehen und Glaub-würdigkeit der Geschichtschreiber gehet, deren Vorgebenhernach zum höchsten ftir besondere Meinungen zu achtensind. Die Verlegenheit, worein uns die Geschichtschrei-ber in Ansehung der meisten hochberühmten Leute verse-tzen, rühret von dieser hincenangesehten Methode her.Ihre Einbildungskraft, welche durch ihren systematischenGeist, oder durch ihre Vorurtheile, oft auch durch diegemeine Meinung verführet wird, halt sich blos an diegroßen Thaten selbst, ohne darauf genaue Achtung zu ha-ben , wie dieselben sind handthieret worden; sie urtheilenvon einer Person, die eine wichtige Rolle spielet, nichtsowohl aus der Art und Weise, wie er dieselbe durchfüh-ret, sondern aus dem, wie sich der Ausgang davon er-weiset. In einer Historie von der Art, wie die gegenwär-tige ist, in welcher ein jeglicher wesentlicher und wichtigerVorfall oder Handlung aus verschiedenen vorhergegange-nen Dingen als eine Folge hergeholet wird, und seineGewißheit von einer gründlichen Beurtheilung, die ausder richtigen Vergleichung derselben entstehet, hernimmt;in einer solchen Geschichte, sag ich, darf kein Bild, keinCharakter angetroffen werden, dessen Züge nicht nach ei-ner genauen Prüfung des ganzen Lebens der zu schildern-den Person, genommen sind; kein zweifelhafter Punktentschieden werden, der nicht vorher unter seinen verschie-dene«