4Z2 Staatsgeschichte von einem
des Allianztraktats nicht länger zu verweigern, sondernvielmehr dieselbe nut der möglichsten Art zu verheißen,die eme große Meinung von seinem Vertrauen auf diegute Treu und Glauben der Staacen beybrmgen könnte;er sollte sich anstellen, als wollte er sich in Ansehung Dün-kwchens, an einer Anheischlgmachung dasselbe auf vierMonate zu garantiren, begnügen lassen, unter dem Ver-wand: den Deputieren Zelt, darüber weiter nachzuden-ken , zu vergönnen. Ludwig der XIV überließ sich demGutachten seines Ministers. Er versprach nicht nur dieBestätigung dem Ambassadeur Boreel; sondern er ließauch die nöthigen Edikte ergehen, um den Unterthanender Republik, in seinem Königreiche, die in dem Trak-tat verheißenen Vortheile, genießen zu lassen. Nachdemder Graf von Estrades mit der Nachricht versehen war,die ihm diesen Vorgang einer politischen Gefälligkeit an-kündete, suchte er den Pensionarius van Witt auf. Die-ser Republikaner, der die Versuchungendes französischenGeldes ausgehalten, gab der Schmeichelei, und den Höf-lichkeiten des französischen Ministers geneigtes Gehör.Er wurde durch die ihm vom König Ludwig beygelegteLobsprüche gewonnen, und durch die Versicherungen, wel-che ihm Estrades, von der HochschäHung des Königs sei-nes Herrn, gegeben. Er glaubte, daß der Monarch, demBegriff den er von seiner Redlichkeit hatte, eine Aufopfe-rung thue; und er machte aus der Erkenntlichkeit derStaaten sein Geschaffte. Er gab dein Estrades ein neuesMemorial an die Staaten von Holland an die Hand, de-nen dasselbe noch ehe er in die Versammlung gekommen,vorgeleget wurde. Als man ihm dasselbe zur Einsichtübergab, äusserte er zum Schein Bewunderung und Er-staunen darüber. Er stimmte dahin, daß man gar nichtanstehen sollte dieses unerhörte Zeugniß des Vertrauensseiner allerchristlichsten Majestät zu beantworten. Erflößete seinen Eifer allen Deputirten ein; die Gewähr-schaft wurde nicht nur über den Verkaufsvergleich, son-dern