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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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46r Staatsgeschichte von einem

schluß bestimmet/ so hat er ihn sehr wohl zu verbergen ge-wüst. Er stellte sich/ in die Absichten seines ParlemcntSeinzuschlagen / welches ihm die erforderlichen Gelder wi-der Frankreich anböte/die es ihm widerdie Republik wür-de abgeschlagen haben. Durch diesen anscheinenden Ei-ferfür das Gleichgewicht von Europa/ brachre er die Ver-schwendung der Summen / die ihm zu dem letztvergange-nen Krieg waren bewilliget worden/ in Vergessenheit;und er liesi sich zu neuen Kriegsrustungen/ so wohl zuWasser als zu Lande/ berechtigen/ die ihn in dem Standesetzen konnten diejenige Parthey / die ihm am anständig-sten seyn würde / zu ergreifen. Der Ritter Temple / dersein Resident zu Brüssel war/ argwohnte nichts von dieserZweydeutigkeit. Indem er aus guter Treu und Glaubennach seinen Vorschriften handelte/ und zwar mit alle derLebhaftigkeit/ die seinem Charakter gemäß war / begab ersich eilig nach dem Haag/ nach dem schon gehabten Be-fehl ; und indem er sich glücklich schätzte der Werkzeug zuseyn/ der seinen König auf seinen wahren Vortheil fuh-ren sollte / so übertraf er alles das / was Frankreich vonseiner großen Geschicklichkeit befürchtet hatte. Als er imHaag den zo November 1667 angelanget / ohne eine an-dere Ursache von seiner Dahinkunft/ als seine Durchreisenach Engelland merken zu lassen / gewann er gleich in denersten Unterhaltungen das Vertrauen des Pensionarius/da er ihme mit Freymüthigkeit den Vorwurf seiner aufsich habenden Geschäfte auslegte. Er war noch nicht be-kannt genug in der staatsklugen Welt/ daß er bey demEstrades großen Verdacht hätte erwecken sollen; und demvan Witt kostete es wenig Mühe / dem französischen Mi-nister beyzubringen / daß sein ganzes Geschäfte mit demRitter auf nichts anders ziele / als auf die Mittel / denKönig von Engelland zu gewinnen/ sich mit der Republikzu vereinigen/ um die Krone Spanien zur Annehmungeines Vergleichs zu nöthigen. Wie der Ritter Templedas Wort des Pensionarius hatte / gieng er nach Engel-land über/ wo er semem Herrn Bericht erstattete; und

kam