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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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464 StaaLsgeschickte von einem

men, welche sich ihm ergeben wollten, auch so gar in demFalle, wann Spanien sich weigern würde, nach der ihmangezeigten Maase einen Vergleich einzugehen. Er glaub-te , daß ihm verächtlich Troß geboten seye durch die Ver-bindungen der Staaten, die ihn durch die Gewalt derWaffen an dem wahren Inhalt (a t'kHrir) und den buch-stäblichen Verstand der pyrenäischen Traktaten bindenwollren, im Fall er einige Verdrehungen wegen der Gül-tigkeit der gethanem» Verzicht zum Vorschein brachte.

§. 6. Schluß der aachener Traktaten im Jahre

1668.

Der Ritter Temple glaubte durch diesen Traktat,die Republik in die Nothwendigkeit verseht zu haben, mitFrankreich zu brechen; und er wendete alle seine Kräftean, um diesen Bruch bey dem Pensionarius unvermeid-lich zu machen, den er davon nicht überreden konnte. Solang es ihm möglich war, unterstützte er die Kunstgriffeund Ausflüchte des Castel Rodrigo; und erbitterte denfranzösischen Hof. Die Eroberung der Franche Eomte,weiche das Anerbieten von einem Stillstände des KönigsLudwig des XIV verdächtig machte, bewog vier Provin-zen auf ein genaues Bündmß mit Spanien zu stimmen -/)»Ungeachtet des Widerspruchs von Holland und Seeland,die immer auf einer freundschaftlichen Beylegung der Ir-rungen mit Frankreich bestunden, schickten doch die Staa-ten eine Flotte in die See, und ließen 6200 Mann vonihren Völkern nach Flandern aufbrechen. Castel Rodri-go , in den man dränge, zwischen der Abtrettung der be-reits gemachten Eroberungen m den Niederlanden, undder Äbtretcung einiger Städte von Flandern, die zurFranche Eomte sollten geschlagen werden, zu wählen, ver-sprach seine Wahl zu thun, weil er glaubte, sie würdevergeblich seyn, indem sich Frankreich keine Alternativemehr würde gefallen lassen. Doch da es zur Unterzeich-nung

,) Daderl. Hist. Lh. XlU. S. zrr.