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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XIII. Capitel. 475

niernm Krieg verwickelt waren, vergnügte König dachteweder daran, sich ausser Gefahr zu sehen, wann dieselbenihren Frieden macheten, noch sich neue Zuflüchte zuzube-reiten , wann dieselben würden geschlossen haben. WannFrankreich und Engelland, und zwar dieses troh seinesEides, jenes aber seinem eignen Vortheil zuwider, nichtden Schild des Nachfolgers des Königs abgegeben hatten;so konnte sich Portugall durch nichts, als durch eine Amne-stie retten. Die Zusammenverschwörung des Erzbischofsvon Braga, welche die neue königliche Würde ein Monatnach ihrer Errichtung zernichten sollte, wurde durch einenglücklichen ungefähren Zufall entdecket. Das Verständ-nis des neuen Königs mit dem Herzoge von Medina Si-donia, seinem Schwager, Andalusien auch von der spani-schen Monarchie ^ibzureissen, war ein eben so schlecht aus-gedachtes Hirngespinnft, als unverständig es geführetwar worden. Es ist in Betrachtung des Ranges, denPortugall in Europa hat, und vornehmlich um dem Leit-faden der Staatskunst, Absichten und Vortheile andererMächte zu folgen, geschehen, daß dieses Reich hier seinCapitel oder seinen Raum gefunden. Niemals hat einStaat weniger Stoff zu einer politischen Historie hecgelie-hen, als Portugall; und ohne das Zuthun Engellandsund Frankreichs, würde es kaum auch mehr zur Kriegsge-schichte abgeben.

§. z. Irrungen und Betragen der Holländer ge-

gen Portugall. Traktat vom Jahre 166r.

König Johannes der IV, der entschlossen war, sich»nit allen Feinden Spaniens in Verbindung einzulassen,warf sein Aug zuvörderst auf die Holländer, und schickteim Jahr 1641 eine außerordentliche Gesandtschaft an sieab. Der Umstand war günstig genug einen Traktat ge-schwinde abzuschließen. Die Republik sahe diese Allianzals das Siegel von der Rechtmäßigkeit ihrer besten Er-oberungen, die sie von Spanren gemacht hatte, an; und