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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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476 Staatsgeschichte von einem

da sie sicher genug war, daß sie einmal nach zehrn Jah-ren im Stande seyn würde/ sich in ihren Besitzthümerazu erhalten / so unterzeichnete sie mit Vergnügen einenStillstand/ welcher diese Eroberungen ihr auch so langeZeit ließ. Dieser Artikel war von verschiedenen andernbegleitet/ aus welchen man einen Schiffarths-und Hand-lungstraktat bildete. Der Stillstand sollte in dem west-lichen Indien unmittelbar nach dessen Kundmachung Platzhaben; und man setzte eine Frist von einem Jahre / zudessen Kundmachung in Ostindien / an. Die Holländerhatten damals den besten Theil von den brasilianischenKüsten im Besitz. Der Graf Moritz von Nassau/Statt-halter von diesem eroberten Lande/ wollte daselbst schwar-ze Sclaven einführen; und ehe er von dem getroffenenStillstände benachrichtiget war/ hatte er einen Officiecmit einigen Schiffen abgeschicket, zu versuchen / ob ernicht sich eines / zu dieser Art der Handlung gemächlichen,Platzes auf der Küste von Guinea / bemächtigen könnte.Der Officier griff das Fort de la Mina an und nahm es«in. Weil der Stillstand schon in Amerika kund gemachtwar / verlangte der König von Portugall die Wiederab-trettung dieses Forts. Aber die Staaten führten die guteTreu und Glauben ihres Officiers bey dieftr Unterneh-mung/als der noch nichts vom Stillstand gewußt habe/an/ und weigerten sich/diese Eroberung mit in den Still-stand zu begreiffen; und der Hof zu Lissabon / der sichschmeichelte mit Gewalt wieder zu seinen Besitzthümern inOstindien zu gelangen, bestünde nicht weiter auf die Auf-hebung der Feindseligkeiten. Die beiden Mächte schlös-sen die Augen über ihre gegenseitigen Beschwehrden zu,bis auf das Jahr 1644, als der Graf Moritz die Statt-halterschaft von Brasilien an die westindianische Gesell-schaft abtrat, Don Tellez de Sylva aber, Der Statthal-ter indem portugiesischen Antheil, damit schwanger gieng,die Eroberer wieder hinauszujagen. Er machte seine An-stalten mit vieler Geschicklichkeit. Die holländischenKaufleute, ohne sich ein Mistrauen über eine Handelschaft