49v Staatsgeschichte von einem
len wollen, um den Presbyterianern dadurch Verdruß an-zuthun, die ihn in Schottland gezwungen hatten, die Ehedes Königes seines Vaters zu verdammen. Man schrei-bet die getroffene Wahl einer portugiesischen Jnfantinndem CanzlerHyde zu; und die Beweggründe, die man die-sem Minister zumißt, wann sie wahr sind, hangen seinemAngedenken einen ewigen Schandflecken an. Die Jn-fantinn war von einem Wuchs, der viel unter der mittel-mäßigen Größe war. Nach ihrer Landesart, war sie auchnicht mehr jung 77). Der Canzler, sagt man, wäresehr erfreut gewesen, dem König Carl eine Gemahlinnbeyzulegen, die nicht so beschaffen war, daß sie ihn hättereißen können, oder dem Herzoge von Pork, seinem Toch-rermanne, sein ungezweifeltes Erbrecht zur Krone entreis-fen. Dem sey aber wie ihm wolle, das Vermählungsge-schäfte wurde dem General Monk durch einen Juden vor-getragen ; und der König ließ sich diese Vermählung ge-fallen, nicht so wohl in Betrachtung der Prinzeßinn, alsin der Hoffnung, den Verkauf Dünkirchens durch die Er-Werbung Tangers in Vergessenheit zu bringen, und sichdieser Verbindung, zur Aufnahm der Handlung seinerUnterthanen, zu bedienen. Die Spötterey hat fälschlichhinzugefüget, Carl habe es gethan, um einen Vorwandzu kriegen, beständige Subsidien von Portugall zu for-dern. Der spanische Hof ward sehr dadurch in Unruhegesetzt, daß Portugall einen so mächtigen Beschützer be-kommen sollte, und wandte alle Kräfte an solches zu ver-hindern. Er gieng so gar so weit, daß er dem Königevon Engelland das Anerbieten thun ließ, diejenige prote-stantische Prinzeßinn, die er sich beyzulegen wählen wür-de , mit einer reichen Mitgifft zu versehen. Man weißnicht, was man mehr bewundern soll, die Unschicklichkeit desspanischen Anerbietens, oder den Eigensinn Carls. Kaumwar aber die Heurath abgeschlossen, so hatte der KönigGelegenheit sich die Reue ankommen zu lassen. Als ver-bunden der Krone Portugall mächtig beyzustehen, em-pfand
77) Sie war im Jahr i6z8 geboren.