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schuldigen; und man findet die altergreßlichste Bosheitin ihrer Sorgfalt/ die Laster dieses Prinzen an den Tagzu bringen / nachdem sie dieselben in ihm mit den Jahrenhat erstarren und stark werden lassen. Ob sie gleich einevorzügliche Liebe für den Jnfanten Don Pedro/ ihrenzweyten Sohn, hatte/ so findet man doch keinen Anschein/daß sie jemals gedacht hatte / ihn an die Stelle des erst-gebohrnen zu bringen. Sie war von der Ehrbegierde zuregieren eingenommen; und Alphonsuö auf dem Thronewar der rechte Mann für sie / wann er nur auch so geleh-rig/ als lasterhaft gewesen wäre. Sie ließ genau auf seineFehltritte/ auf sein schlimmes Naturell/ und seine schlechteAufführung achtung geben; sie ließ ihm darüber vom gan-zen Staatsministeriuin und den Abgeordneten des ReichsVerweiße geben/ in der Hoffnung/ die Nation würdedenselben ihrer Vormundschaft übergeben. Auf einer gros-sem Schaubühne der Welt/ würde sie sich eben so beruf-sen, als die Catharina von Medices/ gemacht haben.Als sie gezwungen wurde sich der Regierungsgeschäfte zubegeben / that sie sich zwar Gewalt an / um das Ansehenzu haben/ als entzöge sie sich mit gutem Willen/ abersie überlebte diesen Zwang kein volles Jahr. Der Fa-vorit/ welcher ihrer Herrschaft das Ziel gesteckt hatte, der-lohr auch bald seinen Glücksstern / und zwar durch dasje-nige Mittel/ wodurch er sich eben in seinem Glücke zu be-vestigen glaubte. Nachdem er dem König Alphonsuö einePrinzeßinn von Savoyen-Nemours zur Geinahlinn ver-schaffet, musten er und sein Herr vor dieser kühnen Köni-ginn weichen, welche ihren Gemahl nicht lange gesehen,ohne ihn so wohl ihrer Person, als der Krone unwürdigzu schätzen. Die Hausverwirrungen, welche den Alphon-sus in das Gefängniß geworfen, den Don Pedro auf denThron gehoben, und demselben die Gemahlinn seines Bru-ders an dje Seite geleget haben, gehören nicht zu unsererAbsicht. Alphonsuö wurde nach der Insel Tercera ge-bracht. Seine Heurath wurde durch einen Aussprmhdes Pabsteö für null und nichtig erkläret, und zwar ex
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