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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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49 r SkatsgeschichLe von einem

schuldigen; und man findet die altergreßlichste Bosheitin ihrer Sorgfalt/ die Laster dieses Prinzen an den Tagzu bringen / nachdem sie dieselben in ihm mit den Jahrenhat erstarren und stark werden lassen. Ob sie gleich einevorzügliche Liebe für den Jnfanten Don Pedro/ ihrenzweyten Sohn, hatte/ so findet man doch keinen Anschein/daß sie jemals gedacht hatte / ihn an die Stelle des erst-gebohrnen zu bringen. Sie war von der Ehrbegierde zuregieren eingenommen; und Alphonsuö auf dem Thronewar der rechte Mann für sie / wann er nur auch so geleh-rig/ als lasterhaft gewesen wäre. Sie ließ genau auf seineFehltritte/ auf sein schlimmes Naturell/ und seine schlechteAufführung achtung geben; sie ließ ihm darüber vom gan-zen Staatsministeriuin und den Abgeordneten des ReichsVerweiße geben/ in der Hoffnung/ die Nation würdedenselben ihrer Vormundschaft übergeben. Auf einer gros-sem Schaubühne der Welt/ würde sie sich eben so beruf-sen, als die Catharina von Medices/ gemacht haben.Als sie gezwungen wurde sich der Regierungsgeschäfte zubegeben / that sie sich zwar Gewalt an / um das Ansehenzu haben/ als entzöge sie sich mit gutem Willen/ abersie überlebte diesen Zwang kein volles Jahr. Der Fa-vorit/ welcher ihrer Herrschaft das Ziel gesteckt hatte, der-lohr auch bald seinen Glücksstern / und zwar durch dasje-nige Mittel/ wodurch er sich eben in seinem Glücke zu be-vestigen glaubte. Nachdem er dem König Alphonsuö einePrinzeßinn von Savoyen-Nemours zur Geinahlinn ver-schaffet, musten er und sein Herr vor dieser kühnen Köni-ginn weichen, welche ihren Gemahl nicht lange gesehen,ohne ihn so wohl ihrer Person, als der Krone unwürdigzu schätzen. Die Hausverwirrungen, welche den Alphon-sus in das Gefängniß geworfen, den Don Pedro auf denThron gehoben, und demselben die Gemahlinn seines Bru-ders an dje Seite geleget haben, gehören nicht zu unsererAbsicht. Alphonsuö wurde nach der Insel Tercera ge-bracht. Seine Heurath wurde durch einen Aussprmhdes Pabsteö für null und nichtig erkläret, und zwar ex

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