zoo StaaLsgeschichte von einem
Zweifel beygehen,daß ihme dieser Minister nicht die wahr,haften Gesinnungen deö Königs zur Mitwissenschaft brin-ge ; und mit all seiner möglichen Aufrichtigkeit wurde erder Werkzeug von dem Doppelsinn des englischen Staats-raths. Die Staaten und der Pensionarius, die ihn fürunfähig, mit Unwahrheiten umzugehen, hielten, überlies-sen sich der Sicherheit gänzlich, die' er ihnen einzuflösentrachtete. Die Abgeordneten der Provinzen bekamenkeine andern Anweisungen mehr., als innerliche Angele-genheiten betreffende. Die Versammlung im Haag be-schaffcigte sich einzig und allein mit ökonomischen Anord-nungen.
Gleich als wann der aachener Friede ein münsteri-scher Friedensschluß gewesen wäre, verneuerte man dieStreitigkeiten vorn Jahre 1649 über die Verringerungder Knegsvölker. Jede Provinz wollte die andern in derSparsamkeit übertreffen. Die fremden Völker wurdenabgedanket. Die Armee der Republik blieb nichts weiter,als ein zusammen gerafter Haufe von Leuten ohne Zunei-gung und Erfahrenheit: ein jeglicher Holländer, vernichtmehr von seiner Hände Arbeit leben mochte, wurde Sol-dat ; und die Beförderungen, die in der Gewalt der Ma-gistrate stunden, wurden die Besoldungen oder die Ver-geltung für ihre Domestiken. Der Graf von Estrades,ein Zeuge, der diese Kunstgriffe mit seinen Augen ange-sehen, schrieb seinem Herrn, daß die sieben Provinzenseine wären, so bald er sie haben wollte. Nach dieserersten Anordnung, nahmen die Staaten eine andere vordie Hand, die eben so verderblich war. Sie waren ernst-lich daran die französischen Waaren zu verbieten, oderdieselben mit viel höhem Auflagen, als sie werth wären,zu beschweren. Van Beuningen, und der andere Bo-reel, der Ambassadeur am französischen Hofe war, rech-neten die Summen aus, welche die französischen Fabri-ken aus den Provinzen zögen. Der Schwindelgeist hatteden ganzen Staat überrascht. Man war aufdem Punkte,