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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert/ XIV. Capitel. 505

verstattete ihnen nicht, sich dieser Verstellung zu bedienen.Er machte sich eine Ehre aus einer, zur höchsten Unzeitangebrachten, Freymüthigkeit gegen zween Männer, dieihm nichts als Fallstricke legten ; und er antwortete ih-nen ohne Umschweif, daß er die, mit den Alliirten einge-gangene, Verbindlichkeiten genau erfüllen würde, ohnejedoch etwas ander schuldigen Ehrerbietigkeit gegen ihrenSouverain ermangeln zu lassen. Dann war man inFrankreich überzeugt, daß weder von der Republik etwaszu befürchten noch auch zu hoffen seye; und man beschloßdaselbst, dieselbe ihr selbst zu überlassen. PomponehatteBefehl den Staaten zu hinterbringen, daß sein König,Ludwig der XIV , indem er sich von ihren Gesinnungeneine günstige Vorstellung mache, ihnen ihre Verbindun-gen , die sie ein panischer Schrecken einzugehen bewogenhatte, zu gute halte; daß er ihnen ihre Allianz mit En-gelland , Schweden und Spanien, so wie den Garantie-traktat/übersehe: aber, daß er als einen Bruch der Trak-taten , nach welchen er und die Republik in einer Verbin-dung mit einander stünden, ansehen würde, wann dieErstreckung der Garantie bis nach den Tod des Königsvon Spanien, insonderheit zum Besten und Behuf desKaisers, der sich für den natürlichen Erben von Spanienerachtete, sollte ausgedehnet werden. Diese Erklärungwar im Gmnde nicht ungerecht, weil die Alliirten keinenandern Beweggrund hatten, als den sie von der Conve-nienz hernahmen, den Kaiser Leopold, Ludwig dem XIV,vorzuziehen. Aber gleichwie es nothwendig war, daß diespanische Monarchie, nach dem Abgang ihres Königs oh-ne Leibeserben, wieder einen Herm bekomme; wie mankeinen andern Prätendenten als den Kaiser und den Kö-nig von Frankreich vor sich sahe; so brachte dje Ausschlies-sung des erstem die Zulassung des andern Mit sich; unddie Erklärung, welche diese Ausschliessung voraus sehte,benahm der Tripleallianz und dem Garantietraktat seinenvornehmsten Vorwurf und Endzweck. Nachdem auf dieseArt das Werk des Ritters Temple untergraben war,

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