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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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5 20 Staatsgeschichte von einem

be, und die Zertheilung der sieben Provinzen , anzutra-gen. Er war auch selbst zu Berlin, um dem Churfür-sten von Brandenburg den Entwurf davon vorzulegen.Aber dieser Prinz, dem seine clevischen Lande sehr werthwaren/ war gar weit davon entfernt, dieselben in Gefahrzu sehen, und einen herrschsuchtigen Monarchen zum un-mittelbaren Nachbar denselben verschaffen zu helfen. Erberichtete den Johann van Witt von der Gefahr, worin-nen die Republik schwebe; er ermähnte ihn, sich wohl vor-zusehen , indem er ihme die allergeheimeste Corresponden;anbot; und da er sahe, daß seine Freundschaftsbande mitdem Hause von Oränien, auch alle seinen guten Willenbey dem blinden Republikaner verdächtig machten, so be-gnügte er sich wegen eigner Sicherheit die nöthige Vorse-hung m thun. Weil der Traktat Ludwig des XIV mitdem Churfürsten von Cölln die clevischen Lande den fran-zösischen Armeen offen darstellte, so versprach FriedrichWilhelm dem französischen Minister, Vaubrun, alles,was er für tüchtig ansähe, dieselben für den Kriegsunge-mach zu verwahren. Er machte sich durch einen förm-lichen Traktat anheischig, niemaln der Tripleallianz bey-zutretten m); er stellte sich die Gerechtigkeit der Ansprücheseiner allerchristlichften Majestät zu erkennen, und schwurdieselbe gültig machen zu helfen, im Falle, wann der Kö-nig vqn Spanien ohne Leibeserben sterben sollte.

Im folgenden Jahre schloß der Churfürst von Bar-ern einen weniger verdächtigen und viel geheimern Trak-tat mit Ludwig dem XIV. Die Allianz "war von einerweiten Erstreckung. Man hält gemeiniglich dafür, daßder vornehmste Vorwurf in derselben darinnen bestanden,die kaiserliche Krone auf das Haupt des Dauphins zu brin-gen , dessen zukünftige Vermahlung, mit einer baierischenPrinzeßinn, ein angesetzter Punkt des Bundes war. DerKaiser Leopold, der sich von seiner Frau Mutter, seinenFavoriten und den Geistlichen lenken ließ, schien in.den

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