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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XVI. Capitel. 56z

Ministerium zu sehen, welches ansieng, mit ihnen nichtwie mit Alliirten, sondern, wie mit Vasallen, umzuge-hen , eröfneten die Höfe für die Agenten des Prinzen vonOranien. Ein jeder derselben richtete sein Augenmerkauf den wienerischen Hof, und erwartete, was dieser thunwürde. Die französischen Agenten merkten, daß mansich überall vor ihnen verbarg, daß man auf ihre Fragenänderst nicht, als nur bedingungsweise, antwortete, oderdaß man gegen sie die Art und den Ton des CeremonielSbeobachtete, welches das stärkste Anzeichen einer Kaltsin-nigkeit ist.

Nur zu München ließ man sich auf eine gefälligeArt in eine genauere Allianz ein. Der Churfürst vonBayern, der auf seine Vergrößerung sehr begierig war,gab aller der Hoffnung Beyfall, welche die Franzosen ihnaus der Schwäche des Kaisers schöpfen liessen. Er sahevorher, daß der Krieg allgemein werden würde; und errechnete darauf, dabey den Entwurf vollends hinaus )Nführen, welchen ihn der münsterische Friede zu vollendenverhindert hatte. Der vornehmste Artikel seines Trak-tats , nach dem, welcher die Hülfsgelder bestimmte, be-stünde darinnen, daß Frankreich ihm versprach, die Er-oberungen, die er machen möchte / an sein churfürstlichesHaus zu bringen. Der Traktat war nur in Ansehungseines Inhalts geheim. Seine Bewirkung, welche wohlbekannt war, erweckte bey den Nachbaren des Churfür-sten ein Miötrauen, und obgleich die Erklärung des Kai-sers, welcher ihn mit den Truppen, die er zur Hülfe fürdie Holländer bestimmt hatte, würde unterdrückt haben,ihn verhinderte, daß er nicht agiren konnte, so unterließer doct/nicht, kudwig dem XIV nützliche Dienste zu lei-sten, indem er die Fürsten seines Ccaises verhinderte,ihre Truppen zur kaiserlichen (oder: Reichs-) Armeestoßen zu lassen.

Der Churfürst von Brandenburg, mit welchem dieStaaten endlich überein gekommen waren L), den Traktat

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