5 70 StaaLsgeschichte von einem
Ob man gleich durchgehends wüste / daß der Madequis von Louvois einen langwierigen Krieg haben wollte,so glaubte man doch, Ludwig traue es sich selbst nicht zu,denselben aushalten zu können. Man hielte dafür/ daßdie andern Ministers bey ihm dem Ansehen des Marquisdie Wage halten würden/ und daß das öftere Anhaltendes Königes in Schwede,,/ seine Vermittlung anzuneh-men / ihm von dem französischen Staatsrath an die Handgegeben worden/ welcher bereuett/ einen so Übeln Schrittgethan zu haben / und nichts mehr suchte / als sich ge-schwind wieder herauszuwickeln/ und doch den äußerlichenSchein retten wollte. So hatte es seyn sollen. Aberdie übertriebenen Lobsprüche / welche Ludwig der XIV we-gen seiner Siege bekommen hatte/ machten/ daß er vondiesen vernünftigen Betrachtungen sehr abgeneigt war.Die Vermittlung Schwedens war eine wahrhaftige Co-mödie / dadurch das französische Ministerium die Reichs-fürsten und die Republik aufziehen wollte / wenn sie ange-nommen würde; und wo sie dieselbe verwürfen / so solltedieser Abschlag dem Könige in Schweden einen Vorwandverschaffen / sich für Frankreich zu erklären. Man hattedieses den Staaten angeboten, sobald als die Ueberschwem-mung Hollands Ludwig dem XIV die Schranken seinerSiege bezeichnet hatte/ und zu der Zeit/ da die Republikalles das/ was ihren Untergang abwenden konnte/ alsein Werkzeug ihrer Wohlfart begierigst hätte annehmensollen/ wurde dieses Anerbieten mit Widerwillen ange-nommen.
Als der Commandeur von Gremonville seines Ver-gleichs mit dem wienerischen Hofe verfehlet hatte/so triebsder König von Schweden noch eifriger. Man schmei-chelte sich in Frankreich/daß die Aussicht eines nahen Frie-dens die Reichsfürsten abhalten würde/ sich mit etwas ein-zulassen, deßen Vergeltung derselbe aufheben würde; unddaü derselbe die Staaten verhindern würde/ Truppentheuer zu erkaufe»/ die denselben bald unnützsi'ch seyn wür-