6or Staatsgeschichte von einem
zwar die Neugier des Ritters, jedoch ohne ihn unruhig zumachen. Er glaubte sicher zu seyn, daß Beverning kei-nen Befthl zu unterzeichnen hatte. Seine Einbildungwar so stark, das; er schon Couriers bereit hielte, um sieum Mitternacht nach London und nach dem Haag zu schi-cken , mit der Anzeige der Erneuerung des Kriegs. EilfUhr zu Nachts hatte es bereits geschlagen, als beide Par-theyen sich bey ihm einfanden, ihm ihren Traktat, den sieschon mit seinen übrigen Formalitäten versehen hatten, zumUnterschreiben vorzulegen. Sein Verdruss machte, daßer diese Handlung eines Mittlers abschlug. ' Er war eini-ge Tage auf der Meinung, Beverning und seine Colle-gen hätten, ohne einen Befehl zu haben, darinnen gehan-delt,' und sie würden daher auch keine Bestätigung er-halten.
Und solcher Gestalt gelangte Ludwig der XIV zu die-sem berufenen Frieden, davon seine Panegyristen sagen,daß er allein der Schiedsrichter gewesen, der nach eigenerWillkühr darinnen gehandelt, und dessen Bedingungenals ein Herr vorgeschrieben.
Der spanische Traktat wurde erst den 17 des folgen-den Monats unterzeichnet, und der Aufschub verschlim-merte die Bedingungen nicht. Der Kaiser und das Reichließen den ihrigen bis auf den s Febr. des folgenden Jah-res hinaus verschieben.
Der Traktat der Republik hat nichts Wesentliches,als die Wiedererlangung Mastrichts.
Spanien trat die Franchecomte ab, deßen zweyma-lige, ohne Schwerdstreich verrichtete, Eroberung ihm be-wieß, wie unmöglich es sey, dieselbe zu vertheidigen, wo-ferne sie nicht den schweizerischen Staat mit hineinziehenkönnte, deßen Beystand zu bezahlen es nicht mehr imStande war. Dargegen bekam diese Krone alle Plätzein den Niederlanden und Catalonien, welche derselben wäh-ren-