L48 Staatsgeschichte von einem
neu Fehltritt dieses letztem vorbey, den er sich nicht zuNutzen machete. Nachdem ein französisches Geschwader,man weiß nicht warum, ins baltische Meer geschickt wor-den , wo es weiter nichts thäte, als hin und her fahren, somachte er den Amsterdamern einen Beweggrund daraus,vier und zwanzig Schiffe auszurüsten. Nachdem er mitgroßer Mühe es erhalten, daß die Staaten von Hollandihr Geschwader ins Meer ließen; so wollte er, daß derholländische Viceadmiral, ob er gleich noch so gewiß wü-ste, daß er übel davon kommen würde, mit dem Befehls-haber des französischen Geschwaders Händel anfangen soll-te. Wider alle Regeln der Union würde er ohne Bewil-ligung die ftmfzehen tausend Schweden haben übersetzenlassen, wenn nicht der König von Schweden sich gewei-gert hätte, sich auf sein Wort so weit einzulassen. Un-geachtet des lebhaften Widerspruchs gegen die Abschkckungder acht tausend Holländer in spanische Plätze, würdenVierzehen tausend in die französische Gränzen eingebrochenseyn, und Ludwig den XIV in seinen eigenen Landen be-kriegt haben, wenn der Prinz ihnen einen andern Gene-ral gegeben hätte. Aber der Baron von Aylva, ein fries-ländischer Edelmann, der sie commandirte, glaubte ausGefälligkeit gegen den Prinzen daran schon genug gethanzu haben, daß er seine Truppen bis unter Brüssel geführt,und,entschuldigte sich weiter fortzugehen.
Wilhelm würde sich wegen dieser beiden widrigen Zu-fälle leichtlich wieder Rath geschaffet haben, wenn er dieWerbung der sechszehen tausend Mann würde haben durch-treiben können. Nachdem er ein ganzes Jahr lang sichalle Mühe darum gegeben und aufs eifrigste sich daruin be-worben , so hatte er endlich alle Stimmen der Staatenvon Holland, ausgenommen Amsterdam, gewonnen, undglaubte es wagen zu können, diese Stadt durch die Un-muthige Zustimmung der andern auch noch nachzuziehen,oder sie durch die Folgen, welche das Gesetz auf ihre Hart-näckigkeit gesetzt hatte, in Schrecken zu setzen. Der Graf
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