Jahrhundert, XVN. Capitel. 655
dadurch aus aller Mäßigung gebracht/ und wendete dieUntersuchung nicht ab; und die andern Deputirten / wel-che Zeit gehabt hatten / sich zu fassen / leiteten die An-klage zu einem Proceß ein. Hatte Wilhelm erhallen/daßdie Papiere der Deputirten von Amsterdam in ihremHause in dem Haag versiegelt worden: so war das eineArt eines unrechtmäßigen Verfahrens wider die Souve-rainete dieser Stadt / welches dem Unwillen vollends sei-ne Höhe gab; und es war ihm unmöglich / nur einenSchritt weiter zu thun. So groß auch sein Verdrußwar / so gestund er doch / daß er wider die Republikanernicht würde bestehen können / wenn er nicht die Amster-damer wieder gewönne; und er versuchte es/ sich mit ih-nen wieder zu versöhnen. Man muß in dieser berüchtig-ten «Streitigkeit/ in welche sich der französische Gesandteauf eine so unangenehme Art verwickelt befand / bemerken/daß der Graf von Avaux den König seinen Herrn ausdem Spiele ließ. Er beklagte sich nicht wegen desseiner Majestät durch die Plünderung des Felleisens sei-nes Gesandten angethanenen Schimpfes r er verlangtekeine Genugthuung wegen des ohne sein Vorwissen ge-schehenen Druckes solcher Briefe/ die ein Minister vomersten Rang an seinen König geschrieben hatte «). Erhütete sich / wie er selbst sagte / von diesem Bruch desVölkerrechts zu reden / weil man nicht halb davon redenmäste. Seine Aufführung in diesem ganzen Handel istein Muster für alle Personen / die zu so schweren Aem-tern beruffen sind. .
§. 8. Letzte Bemühungen des Prinzen von Orw
nien zum Behuf der Association. Schluß einesStillstandes auf 22 Jahre.
Die boshafte Staatskunst der Republikaner brachtevollends den Statthalter um die Gunst des Volkes/indemsie ein Verbot/ daß man nicht sagen sollte / daß der Prinz
einen
«,) IVlem. DII, p.siz.