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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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660 Staatsgeschichte von einem

ten Frankreich den Besitz der Platze und Lander , weichtes im i68r Jahre besessen, und Ludwig versprach einenStillstand auf zwanzig Jahre und bekam Luremburg,Beaumvnt, Bouvines und Chimay, mir ihrer Zugehör,zu einer Vergeltung von gleichem Werthe für alle seineAnforderungen an Spanien. Fagel forderte einen be-sondern Artikel, wo sich Ludwig anheischig machen sollte ,sich nicht mehr des Churfürsten von Cölln zu bedienen,um einen neuen Einfall in die Niederlande dadurch zuverbergen: und er muste ihn befriedigen. Die Truppender Republik wurden aus Flandern zurücke beruffen; Unddie Staaten nahmen auf sich, den König von Spanienzur Annehmung dieses Traktates zu bewegen. Die Be-stätigung wurde den 14 Julius ausgefertiget. DerKaiser, welcher seine Befriedigung auf eine andere Zeitaussetzen muste, wollte nicht, daß seine Beschwerden un-tersucht würden» Er bewilligte den L August , einenStillstand auf zwanzig Jahre zu unterzeichnen, welcherdie Sachen auf dem Fuß, auf'welchem sie waren, ließe»Ludwig der XlV blieb der Besitzer von Strasburg undCasal, und hatte dabey den Haß aller teutschen und ita-lienischen Fürsten, den Unwillen des Pabstes, die Eifer-sucht des Prinzen von Oranien, die Rache des Königesvon Spanien, auszustehen; und wurde den gewaltsamenRathschlägen des Louvois, der Leidenschaft der Jesuiten,dem schwärmerischen Eifer seiner Clerisey, der uner-fahrnen und auf Kleinigkeiten verfallenden StaatSkunftder Marquise von Maintenon überlassen ; da indessenWilhelm, der der Wiedererlangung der Oberhand in denProvinzen gewiß war, die Höfe zu Wien und'Madrit re-gierte, alle teutschen Höfe nach seinem Willen lenkte, dasenglische Parlement belebte, selbst biä ins geistliche Ge-richt zu Rom eindrang, und sich bis in den Vatican denWeg bahnere, und ohne sich von einer andern Angele-genheit , als welche sein Glück und seine Eifersucht betr af,rühren zu lassen, den Verbindungen des Blutes und derFreundschaft, den Begriffen der Religion und der Tu-