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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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662 StaaLsgeschichte von einem

Geschicklichkeit Wilhelms, die sich alle Umstände zu Nu-tzen zu machen wüste, zu danken, daß eine gleiche Un-gereimtheit ohne Widerspruch angenommen worden, alsman dieselbe auf den Jacob angewendet hat. Die Mach-te , welche über Ludwig den XIV eifersüchtig waren, undüber seinen Ehrgeitz erschrocken, hatten eine Freude dar-an , ihme gehaßige Absichten und eine unbesonnene Auf-führung beyzumessen. Die Protestanten, welche die Ver-folgung der Hugenoten wider ihn aufbrachte, fandenein Vergnügen darinnen, ihn für den Unterdrücker ihrerReligion in Engelland zu halten; und der Pabst Jnno-centius der XI, welchen er zu kranken sich eine Freudemachte, war froh, daß er das Unglück Jacobs dessen ehr-geitzigen und gewaltsamen Staatskunst zuschreiben konn-te, um sich eine Ursache zu erdichten, warum er nicht demtapfern Streiter des heiligen Stuhls wider einen Feind,den er mit dem Feinde des römischen Hofes gemein hat-te , beygeftanden. Also hielte man den Jacob für einenAgenten Ludwigs des XIV. Man hatte ein Wohlgefal-len an seinen Fehlern und an seinem Unglücke. Die ka-tholischen Prinzen liessen ihn seines Eifers nicht gemessen,und nach dem Exempel des Pabstes überredeten sie sich,daß sie dem Schüler und Bundsgenossen Ludwigs des XIVnichts schuldig seyen. Das war ganz und gar nicht derGrund, nach welchem die Sache dieses unbesonnenenPrinzen, ungeachtet seiner aus Andacht begangenen Feh-ler, als eine blosse Staatssache betrachtet werden inuste.

Jacob der II würde ungestraft als ein Catholik aufdem englischen Throne gewesen seyn, wenn nicht der Prinzvon Oranien schon lange Zeit vorher den Anschlag gefas-st hatte, sich seiner Neigung zur katholischen Religionzu bedienen, um sich an seinen Platz zu setzen/). Schonvom Jahre 1679 an versprach ihm der Ritter Temple dieAusschliessungsbill, welche den Kammern erst im folgen-den Jahre vorgelegt worden; und Wilhelm zweifelte nicht,

daß

/) XI em, ci'^vsux, 1°. I.