668 Staatsgeschichte von einem
geitz Wilhelms und die ungeheure Schwäche Jacobs,machten zusammen die Triebfedern her Regimentsveran-der^lA aus.
§. 2. Charakter Jacobs. Listige Aufführung Wil,
Helms bis nach dem Tode des Herzogs von Monmuth.
Jacob würde vielleicht ein Mann von mehr als mit-telmäßigen Eigenschaften gewesen seyn , wenn er von demSchicksal zu einem Privatleben bestimmet gewesen und indie Umstände gesetzt worden wäre, daß man ihn nicht än-derst als nach seinen persönlichen Eigenschaften betrachtethatte. Der Vicomte von Turenne, unter dessen Auf-sicht er seine ersten Kriegsdienste gethan, fand an ihmeine solche Gesinnung, welche er von einem jungen Ossi«cier vom ersten Range forderte. Da er begierig war,etwas zu lernen, genau, ohne auf Kleinigkeiten zu ver-fallen, herzhaft ohne Pralerey und mit Klugheit, auf-merksam auf alles, was er als ein Stück feiner Schul-digkeit ansähe, so machte er, nach dein Urtheil dieses Ge-nerals , der sonst nicht viel schmeichelte , von sich die Hoff-nung , einmal ein großer Mann zu werden. Aber entwe-der war damals sein Charakter noch nicht völlig entwickelt,oder es machte eine Empfindung vom Ehrgeitz, daß er sichdarinnen einen Zwang anthat; oder vielmehr es machtedie Unabhängigkeit, worein hie Wiederaushelfung ftineGlücksulystande sehte, daß er es nachgehends versäumte,einen eigenen Werth zu haben. Er war noch nicht langean dem Hofe des Königes , seines Bruders, gewesen, alsman an chm nicht mehr den vorzüglichen Mann erkannte,hen Turenne prophezeyet hatte. Nach dem Seetreffen,worinnen alle seine kriegerischen Tugenden eine erstaunli-che Verminderung erlitten, fiel er je mehr und mehr wie-der ins Mittelmäßige. Die Priester und die Jeftiiten,welche ihn besassen, zogen seinen Verstand immer enger«in, und gaben seinen Manieren jene klostermaßige Tro-ckenheit und Härte, welche hen Hochmuth noch unerträg-