672 Staatsgeschichte von einem
nen mit dem Herzog um den Vorzug zu streiten, deßenPossen der französische und englische Hof bewundert halte?Man sahe den Erven von der Kaltsinnigkeit und von demNamen Wilhelm des Stillen die Nachtstunden, wel-che er ordentlicher Weise sonst den Staatsqeschaffren ge-widmet, darzu anwenden, daß er in dem Zimmer seinerGemahlinn mit dem jungen Monmuth und dem Frauen-zimmer der Prinzessinn tanzte /). War er vorhin eineifersüchtiger Ehemann mit alle dem Zorn und der Tyran-nei) eines Spaniers, so wurde er auf einmal ein geduldi-ger und gutwilliger Mann, noch weit mehr, als sich dar-innen ein Franzos erlauben würde m). Er stellte derPrinzeßinn den Monmuth als ihren Sigisbee vor; erwollte, daß sie die beständige Gewohnheit, die er ihr auf-gelegt hatte, ganze Wochen in ihrem Zimmer zuzubrin-gen , ohne andere Gesellschaft zu haben, als zwo Frauen,die er zu ihren Wachterinnen bestellt hatte, brechen muste.Die Prinzeßinn, die allezeit folgsam war, erlaubte, daßsie Monmuth bey ihrer Tafel zu Mittag ganz allein un-terhalten durste, daß er sie sehr oft beym Spatzierenfah-ren begleitete, daß er ihr die neumodischen Comretänzelehrte. Die Höflichkeit des vorhin so strengen Ehemannsgieng so weit, daß er seiner gelehrigen Gemahlinn befahl,mit dem jungen Herzog auf dem Eise mit Schlittschuhenfahren zu lernen, da er in diesem holländischen Zeitver-treib Leccion nahm. Die Prinzeßinn von Oralsten, sagtder Graf von Ävauy, bekleidet mit einem kurzen Unter-röckgen, die beiden zitternden Füsse auf zween schlecht an-gebundenen Schlittschuhen, das Gesicht dem Nordwindausgesetzt, fuhr auf dem Eise daher an der Seite ihresVettern - - - - Die Gefälligkeit der Prinzeßinn, dieSchönheit des Monmuth, und selbst ein gewisser wunder-licher Geschmack, den man an Wilhelmen tadelte, gabender boshaften Satyrs genug Materien an die Hand: dieVerleumdung schrieb in der Folge den Antheil, welchen
Maria
/) im Monat Iattner, ,68?. «») lvlem. ä'^vaux, im
vierten Theil, auf der rzs und folgenden Seile.