708 Staatsgeschichte von einem
den Beystand Frankreichs verworfen habe. Der geschickteGraf that ihnen nicht einmal die Ehre an, sich zu recht-fertigen. Er befand sich in dem glücklichen Augenblick,da das Unglück Jacobs für ihn eine Gunst des Glückeswurde. Well er feiner Wurden entsetzt und von demHofe entfernet wurde, so konnte er sich zu Wilhelmen wen-den , ohne den Schimpf eines Abfalls zu befürchten. DieCarholicken, welche nun in dem Staatsrathe die Ober-hand behalten hatten, beklagten sich gegen einander überdre falschen Maasregeln, denen sie auf Angeben des Gra-fen gefolgt hatten; aber keiner von ihnen wüste richtigereanzugeben. Sie waren nun eben so muthlos, als hochmü-thig sie vorher gewesen waren, und beredeten den schwa-chen König, die Flucht zu ergreifen, indem sie ihn mitdem Exempel seines Vaters schreckten. Die Königinn,seine Gemahlinn, welcher sie die Furcht beybrachten, dasParlement möchte sich wegen alles deßen, was wider dieLandesreligion vorgegangen war, an sie halten, ließ sichvon ihm versprechen, daß er ihr nach Frankreich nachfol-gen wollte; und sie gieng indessen voraus.
Der schwache Prinz hielte nur gar zu treulich seinWort. Er flöhe aus seiner Hauptstadt den 21 Decem-ber. Er wurde von den Fischern erkannt, und erfuhr diewunderlichste Unbeständigkeit des Glückes. Anfänglichwurde er von dem Volke, welches sich aus Neugier häu-sig um ihn herum versammlete, gemishandelt, dann abervon demselben beklagt, und hernach gescheuet und wiedernach London zurückegebrachc, woselbst er nicht so wohl alsein Gefangener, als vielmehr als ein Souverain empfan-gen wurde. Diese Hauptstadt hatte sich bereits in Ab-sicht auf ihn besänftiget, durch die Meinung, daß er näch-stens mit Wilhelmen zur Wiederherstellung der Gesetzeeinen Traktat eingehen würde. Das Volk begleitete ihnunter freudigen Zuruffen nach.seinen Pallaste; und zweenTage darauf, nachdem er geglaubt, daß nichts, als eineschleunige Flucht für ihn übrig sey, fand er, daß er eben