Jahrhundert/ xix. Capitel. 71 l
ß. 5. Großer Mianztraktat. Kurzgefaßte Nach,
richt von den vornehmsten Kriegsunternehmungen.
Da Wilhelm gleich nach seiner Krönung die Repub-lik eingeladen hatte, ihre Kriegserklärung wider Frank-reich herauszugeben, so machte er auch die seinige, als einKönig von Grosbritannien öffentlich bekannt; und dieStaaten schloffen bald darauf einen Bund mit dem Kaiserwider Ludwig den XIV. Einer von den geheimen Arti-keln deßelben verband sie, die Wahl des Erzherzogs Jo-seph zum römischen Könige zu befördern, und den Prin-zen Leopolds den Vorzug vor andern, so die spanische Fol-ge ansprüchig machten, zu verschaffen. Dieser Traktatward von Engelland gutgeheißen, desgleichen von Spa-nien, und von dem größten Theil der augspurgischen Li-gue. Man nennte es die große Allianz. Als zu gleicherZeit der König von Dänemark, der einzige Alliirte vonLudwig dem XIV, durch die braunschweigischen Prinzenund durch den König von Schweden genöthigt wurde,dem Herzoge von Holstein die bisher unrechtmäßigerWeise besessene Länder wieder zu geben, so versprach er,zwischen Frankreich und den Ligisten neutral zu seyn.
Ludwig der XIV erkannte damals, daß es viele Mü-he kosten würde, allein gegen so viele zusammenverschwor-ne Feinde auszuhalten. Um eine Seite seiner Gränzensicher zu sehen, und die kaiserliche Armee davon zu ent-fernen , ließ er alle oberrheinische Länder, wo sie sich hättevcstsehen können, durch Feuer und Schwert verwüsten.Aber das hieße den Krieg mit schlechtem Vortheil führen.Dje Völker wurden ihm darüber äusserst gehäßig; dievon seinen Truppen ausgeübten Feindseligkeiten flöseten/den feindlichen Armeen eine heftige Begierde sich zu rä-chen ein, nebst dem Vorurtheil von der Gerechtigkeit ih-rer Sache, die sie vertheidigten: die vereinigten Prin-zen, welchen Wilhelm schon beygebracht hatte, daß malzFrankxeich bezwingen könnte, wenn man es ermüdete, be-
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