Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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und ich will mich zur Ruhe begeben. Laßt Euch vonGasparde den Abendtrunk kredenzen."

Gasparde stand während dieses Gesprächs neben demSitze des alten Herrn, auf dessen Rückenlehne sie sichnachdenkend stützte. Sie war heute sehr blaß und tief-ernst blickten ihre großen blauen Augen.

Als wir allein waren, standen wir uns einige Augen-blicke schweigend gegenüber. Jetzt stieg der schlimmeVerdacht in mir aus, daß sie, die selbst mich zu ihrerVertheidigung aufgefordert, nun vor dem Blutbeflecktenschaudernd zurücktrete. Die seltsamen Umstände, die michgerettet hatten und die ich Gasparde nicht mittheilenkonnte, ohne ihr calvinistisches Gefühl schwer zu verletzen,verwirrten mein Gewissen mehr, als die nach Mannes-begriffen leichte Blutschuld es belastete. Gasparde fühltemir an, daß meine Seele beschwert war, und konnteden Grund davon allein in der Tödtung des Grafenund den daraus unsrer Partei erwachsenden Nachtheilensuchen.

Nach einer Weile sagte sie mit gepreßter Stimme:„Du also hast den Grafen umgebracht?"

„Ich, war meine Antwort.

Wieder schwieg sie. Dann trat sie mit plötzlichem