Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
JPEG-Download
 

107

ich stieß dem Buben mein Schwert bis an das Heftin die Brust. Er stürzte.

Ein rasendes Geheul erhob sich aus der Rotte.

„Weg von hier!" winkte mir der Freund. „Nimmdein Weib auf den Arm und folge mir!"

Jetzt griffen Boccard und der Schweizer mit Hiebund Stoß das Gesinde! an, das uns von der Thiiretrennte und brachen eine Gaffe, durch die ich, Gaspardetragend, schleunig nachschritt.

Wir gelangten glücklich die Treppen hinunter undbetraten die Straße. Hier hatten wir vielleicht zehnSchritte gethan, da fiel ein Schuß aus einem Fenster.Boccard schwankte, griff mit unsicherer Hand nach demMedaillon, riß es hervor, drückte es an die erblassendenLippen und sank nieder.

Er war durch die Schläfe getroffen. Der ersteBlick überzeugte mich, daß ich ihn verloren hatte, derzweite, nach dem Fenster gerichtete, daß ihn der Tod ausmeinem Reiterpistol getroffen, welches Gaspardes Handentfallen war und das jetzt der Mörder frohlockendemporhielt. Die scheußliche Horde an den Fersen, rißich mich mit blutendem Herzen von dem Freunde los,bei dem sein treuer Soldat niederkniete, bog um die