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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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zu machen. Konnte doch der Mord morgen von neuembeginnen, waren doch die Thore nachts strenger bewachtals am Tage.

Wir machten uns auf den Weg, durch die blutge-tränkten Gassen langsam neben einander wandelnd untereinem wolkenlosen, dunkelblauen Augusthimmel.

Unangefochten erreichten wir das Thor.

Im Thorwege vor dem Pförtchen der Wachtstubestand mit verschränkten Armen ein lothringischer Kriegs-mann mit der Feldbinde der Guisen, der uns mitstechendem Blicke musterte.

„Zwei wunderliche Vögel!" lachte er. „Wo hinaus,Herr Schweizer, mit Euerm Schwesterchen?"

Das Schwert lockernd schritt ich näher, entschlossenihm die Brust zu durchbohren; denn ich war des Lebensund der Lüge müde.

„Bei den Hörnern des Satans! Seid Ihr es, HerrSchadau?" sagte der lothringische Hauptmann, bei demletzten Worte seine Stimme dämpfend. „Tretet ein,hier stört uns niemand." —

Ich blickte ihm ins Gesicht und suchte mich zu erinnern.Mein ehemaliger böhmischer Fechtmeister tauchte mir auf.

„Ja freilich bin ich es," fuhr er fort, da er meinen