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„Ist ihm nicht zu viel geschehen?" fragte Pfanuen-stiel, der sich den helvetisch reformirten Glaubensbe-griff mit etwas bescheidener Mystik versüßte und indem keine Ader eines kirchlichen Verfolgers war.
„Durchaus nicht. Nur mußte er die ganze großeRechnung auf einmal bezahlen. Auf feinem ganzenLebenswege, von Jugend an hat er blasphemirt und daswurde dann so gesammelt, das summirte sich dann so.Als er endlich in unserm letzten Bürgerkriege Rappers-wyl vergeblich belagerte, ohne Menschenleben zu schonen,was die erste Pflicht eines republikanischen Heerführersist, erbitterte er die öffentliche Meinung gegen sich undwir durften ihm an den Kragen. Da wurde ihm ein-getränkt, was er alles an unserer Landeskirche gefrevelthatte. Jetzt freilich dürfen wir dem Feldherrn der apo-stolischen Majestät weiter nichts anhaben, sonst wird eruns zum Possen noch katholisch und das zweite Aerger-niß schlimmer als das erste. Man erzählt sich, er taflein Wien mit Jesuiten und Kapuzinern. — Wir geist-lichen Leute sind eben, so oder so betitelt und verkleidet,in der Welt nicht zu entbehren!"
Der Uetikoner belachte seinen Scherz und blieb stehen.„Hier ist die Grenze meines Weinbergs," sagte er. Mit
T. F. Meyer, Novellen. I. 9