Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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aber das gescherte und tapfere Mädchen enthob ihn derVersuchung. „Ich habe mit Euch zu reden, Pathe,"sagte sie, „und gehe voran nach der zweiten Bank amSee. Laßt mich nicht zu lange warten!"

Sie verbeugte sich leicht gegen den Candidaten undwar verschwunden.

Der General nahm diesen bei der Hand undführte ihn eine Treppe hinauf in sein Bibliothekzimmer,in das die Seebreite durch drei hohe Bogenfenster her-einleuchtete.

„Seid getrost," sagte er, „ich werde bei der Rahelfür Euch Partei nehmen. Unterdessen wird es Euch hieran Unterhaltung nicht mangeln. Ihr liebt Bücher! Hierfindet Ihr die Poeten des Jahrhunderts tnttl guanti."Er zeigte auf einen Glasschrank und verließ den Saal.Da standen sie in glänzenden Reihen, die Franzosen, dieItaliener, die Spanier, selbst einige Engländer, ein ge-häufter Schatz von Geist, Phantasie und Wohllautund Wertmüller, der ohne Frage auf der Höhe derZeitbildung stand, würde ungläubig den Kopf ge-schüttelt haben, wenn ihm zugeflüstert worden wäre,Einer fehle hier, der sie alle insgesammt voll auf-wiege.