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Poggio aber, ohne ihn eines Blickes zu würdigen:„Möge sie Euch ergötzen," fuhr er fort, „und zugleichbelehren, Freunde, wie ungerecht der Vorwurf ist, mitwelchem mich meine Neider verfolgen, als hätte ich jeneClassiker, deren Entdecker ich nun einmal bin, mir auseine unedle, ja verwerfliche Weise angeeignet, als hätteich sie — plump geredet — gestohlen. Nichts ist un-wahrer."
Ein Lächeln ging im Kreise, zu welchem erst Poggiosich ernst und ablehnend verhielt, an dem er aber endlichselbst sich mitlächelnd betheiligte; denn ihm war, alseinem Menschenkenner, bewußt, daß auch die falschestenVorurtheile sich nur schwer wieder entwurzeln lassen.
„Meine Facette," Parodirte Poggio die den italie-nischen Novellen gewöhnlich voranstehende breite In-haltsangabe, „handelt von zwei Kreuzen, einem schwerenund einem leichten, und von zwei barbarischen Nonnen,einer Novize und einer Aebtissin."
„Göttlich, Poggio," unterbrach ihn ein Nachbar,„von der Art jener treuherzigen germanischen Bestalln,mit welchen du in deinem bewundernswerthen Reise-briefe die Heilbäder an der Limmat wie mit Najadenbevölkert hast — das Beste, was du geschrieben, bei den