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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Vom Volke grob gescholten, begann das tapfereBrigittchen derb wieder zu schelten und die verblüfftenGesichter der anwesenden Pfaffen zeigten eine vollständigeStufenleiter von einverstandener Schlauheit bis zu derredlichsten Dummheit hinunter.

Ich fühlte mich als Cleriker und machte dem Aerger-niß ein Ende. Die Kanzel besteigend, verkündigte ichder versammelten Christenheit feierlich: „klabomus ponti-üooin Ooininum Otlionsin äs 6olonna!" und stimmte einschallendes llo vsum an, in welches erst der Nonnen-chor und dann das gesammte Volk dröhnend einfiel. Nachgesungener Hymne beeilten sich Adel und Bauerschaftihre Thiere zu besteigen oder zu Fuß sich auf den Wegnach Constanz zu machen, wo der nach Beendigung desTriregnum urdi und orbi gespendete Segen dreifachkräftig wirken mußte.

Meine Wenigkeit schlüpfte in den Kreuzgang zurück,um den Plautus in aller Stille auf meiner Kammer zuholen. Wieder mich wegschleichend, den Codex untermArm, gerieth ich der Aebtissin in den Weg, welche, haus-hälterisch wie sie war, die Stücke des Gaukelkreuzes ineinem großen Korbe sorgfältig in die Küche trug. Ichwünschte ihr Glück zu der Lösung des Knotens. Aber