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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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schlanken und knappen Wuchs wie angegossen saßen, unddann auf die Kniee zu einem kurzen Stoßseufzer, umVergebung und Begünstigung des Abenteuers betend.

Als sie wieder den untern Saal betrat, rief ihr derCornett entgegen: „Rasch, Herr Kamerad! Es eilt! DieRosse scharren! Der König erwartet uns! Nehmt Ab-schied von Vater und Vetter!" und er schüttete mit einemZug den Inhalt des ihm vorgesetzten Römers hinterseinen feinen Spitzenkragen.

Der in schwedische Uniform gekleidete Scheinjünglingneigte sich über die vertrocknete Hand des Alten, küßtesie zweimal mit Rührung und wurde von ihm dankbargesegnet; dann aber Plötzlich in eine unbändige Lustigkeitübergehend, ergriff der Page die Rechte des jungenLeubelfing, schwang sie hin und her und rief: „LebtWohl, Jungfer Base!" Der Cornett schüttelte sich vorLachen: „Hol' mich, straf' mich — was der Herr Kame-rad für Späße vorbringt! Mit Gunst und Verlaub,mir fiel es gleich ein: das reine alte Weib, der HerrVetter! in jedem Zug, in jeder Geberde, wie sie beiuns in Finnland singen:

Ein altes Weib auf einer Ofengabel ritt —

Hol' mich, straf' mich!" Er entführte mit einem raschen