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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Sterben. Und wo sollte ich hin? Zu meinem Vater?Der würde mich grausam mißhandeln. Ich bleibe. DerKönig hat dem Herzog nichts zu befehlen. Mein Herzogist ein Reichsfürst." Offenbar plapperte die Angstvolledem Lauenburger nach, welcher, ob auch an und für sichein frevelhafter Mensch, seinen Fürstenmantel, halb imHohn, halb im Ernst, allen seinen Missethaten umhing.

„Nutzt ihm nichts, Jungfer," versetzte der PageGustav Adolfs. „Reichsfürst hin, Reichsfürst her, derKönig ist sein Kriegsherr, und der Lauenburger hatzu pariren."

„Der Herzog," zankte die Slavonierin, „ist vomalleredelsten Blut, der König aber stammt von einemgemeinen schwedischen Bauer." Ihr Freund, der Lauen-burger, mochte ihr das aus dem Bauerkleide GustavWasa's entstandene Märchen vorgestellt haben. Leubel-fing erhob sich beleidigt und schritt bolzgerade auf dieCorinna zu, machte dicht vor ihr Halt und fragte ge-streng: „Was sagst?" Auch das Mädchen hatte sichängstlich erhoben und fiel jetzt mit plötzlich verändertemAusdruck dem Pagen um den Hals: „Theurer Herr!Schöner Herr! Helft mir! Ihr müßt mir helfen! Ich

liebe den Lauenburger und lasse nicht von ihm! Nie-

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