Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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„so tadle ich ihn. Er that unmenschlich und un-christlich."

„Und unritterlich," höhnte der Friedländer kalt.

„Zur Sache, Hoheit/' bat der König.

„Majestät, etwas Aehnliches ist mir heute begegnet,nur hat der zum Mord sich Erbietende eine noch künst-lichere Scene ins Werk gesetzt. Einer der Eurigenwurde gemeldet, und da ich eben beschäftigt war, ließ ichihn in das Nebenzimmer führen. Als ich eintrat, warer in der schwülen Mittagsstunde entschlummert undsprach heftig im Traume. Nur wenige gestammelteWorte, aber ein Zusammenhang ließ sich errathen. Wennich daraus klug geworden bin, hätte ihn Eure Majestät,ich weiß nicht womit, tödtlich beleidigt, und er wäre ent-schlossen, ja genöthigt, den König von Schweden umzu-bringen um jeden Preis, oder wenigstens um einen an-ständigen Preis, was ihm leicht sein werde, da er in derNütze der Majestät und in deren täglichem Umgang lebe.Ich weckte dann den Träumenden, ohne ein Wort mitihm zu verlieren, wenn nicht daß ich nach seinem Begehrfragte. Es handelte sich um Auskunft über einen schonvor Jahren in kaiserlichem Dienste verschollenen Rhein-länder, ob er noch lebe oder nicht. Eine Erbsache. Ich