Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Der König lachte herzlich. „Ich will mein schlum-merndes Haupt in den Schoß meines Leubelfingslegen," betheuerte er.

„Auch ich," erwiederte der Friedländer, „kann denjungen Menschen nicht beargwöhnen. Er hat ein gutesehrliches Gesicht, dasselbe kecke Bubengesicht, womit meinebarfüßigen böhmischen Bauermädchen herumlaufen. Doch,Majestät, ich bürge für keinen Menschen. Ein Gesichtkann täuschen und — täuschte es nicht — ich möchtekeinen Pagen um mich sehen, wäre es mein Liebling,dessen Stimme klingt wie die Stimme meines Hassers,und dessen Hand dasselbe Maß hat wie die Hand meinesMeuchlers. Das ist dunkel. Das ist ein Verhängniß.Das kanu verderben."

Gustav lächelte. Er mochte sich denken, daß dergroßartige Emporkömmling jetzt, da er durch seinen un-geheuerlichen Pact mit dem Habsburger das Reich desUnausführbaren und Chimärischen betreten hatte, mehrals je allen Arten von Aberglauben huldigte. Deninnern Widerspruch durchschauend zwischen dem Glaubenan ein Fatum und den Versuchen, dieses Fatum zu ent-kräften, wollte der seines lebendigen Gottes Gewisse mitkeinem Worte, nicht mit einer Andeutung ein Gebiet be-