Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Der Page aber warf sich vor ihm nieder, ergriffseine Hände und überströmte sie mit Thränen. „Lebewohl," schluchzte er, „mein Herr, mein Alles! Dich be-hüte Gott und seine Scharen!" Dann jählings aufsprin-gend, stürzte er hinaus wie ein Unsinniger. Gustaverhob sich, rief ihn zurück. Schon aber erklang der Huf-schlag eines galoppirenden Pferdes und — seltsam —der König ließ weder in der Nacht noch am folgendenTage Nachforschungen über die Flucht und das Ver-bleiben seines Pagen anstellen. Freilich hatte er alleHände voll zu thun; denn er hatte beschlossen, dasLager bei Nüremberg aufzuheben.

Leubelfing hatte den gestreckten Lauf seines Thieresnicht angehalten, dieser ermüdete von selbst am äußerstenLagerende. Da beruhigten sich auch die erregten Sinnedes Reiters. Der Mond schien taghell und das Roßging im Schritt. Bei klarerer Ueberlegung erkannte jetztder Flüchtling im Dunkel jenes Ereignisses, das ihn vonder Seite des Königs vertrieben hatte, mit den scharfenAugen der Liebe und des Hasses seinen Doppelgänger.Es war der Lauenburger. Hatte er nicht gesehen, wieder Gebrandmarkte die Faust gegen die Gerechtigkeit des