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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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den Candidaten, den er doch leiden mochte, zu gutemEnde noch einmal unbarmherzig zu foppen.

Er befahl dem aufwartenden Hassan, Pulverhornund Kugelbeutel zu bringen, zog die beiden Terzerole ausfeinen Rocktaschen und legte sie vor sich auf die Tafel.

„Die Rahel mag Euch," wendete er sich jetzt an denCandidaten, „aber wollt Ihr sie zum Weibe gewinnen,müßt Ihr dem schönen Kinde einmal als ein ganzerMann entgegentreten. Das wird ihr einen bleibendenEindruck machen und Ihr dürft Euch dann ruhig dieeheliche Schlafmütze über die Ohren ziehen. — MeinPlan ist ganz einfach: Ich gehe Morgen in Mythikonzur Kirche — erstaunt nicht, Pfannenstiel, ich bin keinHeide — und lade mich bei dem Vetter Pfarrer zuMittag. Natürlich bleibt Rahel zu Hause und besorgtden Tisch, Ihr aber gewinnt bei wahrendem Gottes-dienste auf Schleichwegen die Pfarre, entführt dasMädchen, bringt es hieher und, während Ihr sie küßt,armire ich die zwei eisernen Kanonen, die Ihr aufdem Hausflur gesehen habt, und vertheidige den schmalenDamm, der meine Insel mit dem Festlande verbindet.Treffen! Unterhandlung! Friedensschluß!"

Wäre der Candidat in seiner natürlichen Verfassung