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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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ja ein geistlicher Mann und hast es mit einem schlim-men Feinde der Kirche zu thun.

Ein Hohnlächeln zuckte in den Mundwinkeln des ihnbeobachtenden, scharf beleuchteten Gesichtes, das in diesemAugenblicke einer grotesken Maske glich. Der Candidaterhob sich von seinem Sitze und sprach nicht ohneWürde:

„Wenn das Euer Ernst ist, so verweile ich keineMinute länger unter einem Dache, wo eine mehr alsheidnische Verruchtheit gelehrt wird; ist es aber EuerScherz, Herr Wertmüller, wie ich es glaube, so verlasseich Euch ebenfalls, denn einen einfachen Menschen, derEuch nichts zu Leide gethan hat, zu hänseln und zuverhöhnen, das ist nicht christlich, nicht einmal mensch-lich — das ist teuflisch."

Ein schöner, ehrlicher Zorn flammte in seinen blauenAugen und er schritt der Thüre zu.

„La, la," sagte der General. „Was frühstückt Ihrmorgen? Eier, Rebhuhn, Forelle?"

Pfannenstiel öffnete und enteilte.

„Der Mohr wird Euch aufs Zimmer leuchten!Auf Wiedersehen morgen beim Frühstück!" rief ihmWertmüller nach.