Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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189

Es war das beliebteste des neuen Gesangbuchs, einDanklied für die gelungene Lese, erst in neuerer Zeitverfaßt und aus Deutschland gekommen, mit dreistenund geschmacklosen Schnörkeln im damaligen Rokokostyle,aber nicht ohne Klang und Farbe.

Jede Strophe begann mit der Aufforderung, denGeber alles Guten vermittelst eines immer wieder andernInstrumentes zu loben. Dem Autor mochte ein Kirchen-bild vorgeschwebt haben. Aber nicht jene zarten musici-renden Engel Giambellini's, welche an das Dichterworterinnern:

Da geigen die Geiger so himmlisch klar,

Da blasen die Bläser so wunderbar.. .

Nein! sondern die auf einer robusten Wolke lagerndeund mit allen möglichen Instrumenten ausgerüstete Paus-backige himmlische Hofkapelle irgend eines Bravourbildesaus der Rubens'schen Schule.

„Frohlocket, frohlocket! ..." erscholl es heiter undvolltönig in dem schönen, reinlichen Raume, durch dessenacht Spitzbogensenster das leuchtende Blau des himm-lischen Tages hereinquoll.

Der General, dessen Eintritt ein wohlgefälliges Ge-murmel erregt hatte, wendete sein gesammeltes Antlitz