Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Zehntes Kapitel.

Während der Pfarrer seine Predigt tapfer zu Endeführte, hatte die daheim gebliebene Rahel der altenBabeli und dem zur Aushülfe von dieser herbeigeholtenNachbarskinde ihre Befehle gegeben und trat jetzt, einKörbchen und ein kleines Winzermesser in der Hand, vordie Hintere Hausthüre, um einige ihrer reifen sonne-gebräunten Goldtrauben von der Laube zu schneiden.

Da sah sie, sich gerade gegenüber, wo der Fußsteigum die von der Landstraße abliegende Seite des Gar-tens lief, ein seltsames Schauspiel.

Ein unheimlicher Mensch stützte die Hände auf denZaun, schwang sich mit fliegenden Rockschößen in einemwilden Satze über die Hecke und kam ihr stracks ent-gegen. Kaum traute sie ihren Augen. Konnte er essein? Unmöglich! Und doch, er war es.

C. F. Meyer, Novellen. I- l3