Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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da fuhr, wie der Blitz, meine kleine Aebtissin, welche dasKreuz wieder in die Sacristei hatte schleppen lassen undmir, ohne daß ich es, in der Betäubung des Verlangensund der Enttäuschung, vernommen hätte, durch die offen-gebliebene Thür in die Bücherkammer nachgeschlichen kam— wie der Blitz fuhr das Weibchen, sage ich, auf michlos, schimpfend und scheltend, ja sie betastete meine Togamit unziemlichen Handgriffen und brachte den an meinemBusen liegenden Kirchenvater wieder ans Tageslicht.

„Männchen, Männchen," kreischte sie, „ich habe esgleich Eurer langen Nase angesehen, daß Ihr einer derwelschen Büchermarder seid, welche zeither unsere Klösterbeschleichen. Aber, lernet, es ist ein Unterschied zwischeneinem Weinschweren Mönch des heiligen Gallus undeiner hurtigen Appenzellerin. Ich weiß," fuhr sie schmun-zelnd fort, „um welchen Speck die Katzen streichen. Siebelauern das Buch des Pickelhärings, welches wir hieraufbewahren. Keine von uns wußte, was drinnen stand,bis neulich ein welscher Spitzbube unsere hochheiligenReliquien verehrte und dann unter seinem langen, geist-lichen Gewände" — sie wies auf das meinige — „denPossenreißer ausführen wollte. Da sagte ich zu mir:Brigittchen von Trogen, laß dich nicht prellen! Die