Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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ohne weiteres ergriff, und als sie die kräftig hingeworfeneUnterschrift des Königs gelesen, mit leidenschaftlichenAugen verschlang, erklärte ihr den Schrecken. „Zu Tische,Herren!" sagte sie und schritt den Beiden voran in dasSpeisezimmer. Hier aber ging es dem gutherzigen Mäd-chen selber nahe, wie den Leubelfingen jeder Bissen imMunde quoll. Sie ließ abtragen, setzte ihren Stuhl zu-rück, kreuzte die Arme, schlug unter ihrem blauen Rocke,an dessen Gurt die Tasche und der Schlüsselbund hing,ein schlankes Bein über das andere und ließ, horchend undnachdenkend, den ganzen verfänglichen Handel sich vor-tragen; denn sie schien vollständig zum Hause zu gehörenund sich darin mit ihrem kecken Wesen eine entschie-dene Stellung erobert zu haben.

Die Leubelfinge erzählten. „Wenn ich denke," sagtedann das Mädchen muthig, „wer es war, der dasHoch auf den König ausbrachte!"

„Wer denn?" fragten die Leubelfinge, und sie ant-wortete: „Niemand anders als ich."

„Hol' dich der Henker, Mädchen!" grollte der Alte.„Gewiß hast du den blauen schwedischen Soldatenrock,den du dir im Schrank hinter deinen Schürzen auf-hebst, angezogen und dich in den Speisesaal an deinen