Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Handgriff dem aufwartenden Stubenmädchen das Häub-chen und stülpte es dem jungen Leubelfing auf den vonsparsamen Flachshaaren umhangenen Schädel. Die spitzigeNase und das rückwärts fliehende Kinn vollendeten dasProfil eines alten Weibes.

Jetzt legte der leichtbezechte Cornett seinen Armvertraulich in den des Pagen. Dieser aber trat einenSchritt zurück und sprach, die Hand auf dem Knopfedes Degens: „Herr Kamerad! Ich bin ein Freundder Reserve und ein Feind naher Berührung!"

„Potz!" sagte dieser, stellte sich aber seitwärts undgab dem Pagen mit einer höflichen Handbewegung denVortritt. Die zwei Wildfänge rasselten die Treppehinunter.

Lange noch rathschlagten die Leubelfinge. Daß fürden jungen, welcher seine Identität eingebüßt hatte, desBleibens in Nüremberg nicht länger sei, war einleuchtend.Schließlich wurden Vater und Sohn einig. Dieser sollteeinen Zweig des Geschäftes nach Kursachsen, und zwarnach der aufblühenden Stadt Leipzig verpflanzen, nichtunter dem verscherzten patrizischen Namen, sondern unterdem Plebejischen „Laubfinger", nur auf kurze Zeit, bisder jetzige August von Leubelfing neben dem Könige vom