Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Sohnes: „Vater, ich habe gesündigt in den Himmelund vor dir!" und wiederum: „Ich habe gesündigtin den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nichtmehr werth, daß ich dein Sohn heiße!" und er neigtedas reuige Haupt. Der König aber hob ihn vom Bo-den und schloß ihn in seine Arme.

Vor den entsetzten Augen des Pagen schwammendie sich umschlungen Haltenden wie in einem Nebel.„War das, konnte das die Wahrheit sein? Hatte dieHeiligkeit des Königs an einem Verworfenen ein Wun-der gewirkt? Oder war es eine satanische Larve?Mißbrauchte der ruchloseste der Heuchler die Wortedes reinsten Mundes?" So zweifelte sie mit irrenSinnen und hämmernden Schläfen. Der Augenblickverrann. Die Pferde wurden gemeldet und der Königrief nach seinem Lederwams. Der Kammerdiener er-schien, in der Linken den verlangten Gegenstand, inder Rechten aber einen an der Halsöffnung gefaßtenblanken Harnisch haltend. Da entriß ihm der Pageden kugelfesten Panzer und machte Miene, dem Königbehülflich zu sein, denselben anzulegen. Dieser aber,ohne über die Gegenwart des Pagen erstaunt zu sein,weigerte sich mit einem unbeschreiblich freundlichen Blick