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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Wohl mehr noch an der Bewegung seiner Seele dasKind wieder erkannt, dessen zartes Haupt er auf demBlocke gesehen hatte.

Während das Mädchen bestürzte, fragende Augenauf den Mönch richtete und immerfort an dem wider-spenstigen Ringe drehte, zauderte Astorre, denselbenzurückzuverlangen. Doch es mußte geschehen. Er öff-nete den Mund. „Junge Herrin," begann er — undfühlte sich von zwei starken gepanzerten Armen um-faßt, die sich seiner bemächtigten und ihn emporzogen.Im Augenblicke sah er sich, mit Hilfe eines andernGepanzerten, ein Bein rechts, ein Bein links, auf einstampfendes Roß gesetzt. „Laß schauen," schallte eingutmüthiges Gelächter, „ob du das Reiten nicht ver-lernt hast!" Es war Germano, welcher an der Spitzeder von ihm befehligten deutschen Kohorte ritt, die derVogt auf eine Ebene unweit Padua zur Musterungbefohlen hatte. Da er unvermuthet den Freund undSchwager im Freien erblickte, hatte er sich den un-schuldigen Spaß gemacht, denselben neben sich auf einPferd zu heben, von welchem ein junger Schwabe aufseinen Wink abgesprungen war. Das feurige Thier,welches den veränderten Reiter spürte, that ein paar