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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Rohen zu einer Zarten, einer Kalten zu einer Fühlen-den, von einem steinernen zu einem schlagenden Her-zen —"

„Ja, Florentiner," unterbrach die Fürstin in tieferBewegung und mit dunkel glühender Wange, „laßdeinen Mönch reden, daß wir staunend Vernehmen, wiees kommen konnte, daß Astorre, so unerfahren undtäuschbar er war, ein edles Weib verrieth für eineVerschmitzte — hast du nicht gemerkt, Dante, daß An-tiope eine Verschmitzte ist? Du kennst die Weiberwenig! In Wahrheit, ich sage dir" — sie hob denkräftigen Arm und ballte die Faust — „auch ich hättegeschlagen, nicht die arme Thörin, sondern wissent-lich die Arglistige, die sich um jeden Preis demMönch vor das Angesicht bringen wollte!" Undsie führte den Schlag in die Luft. Die Andere er-bebte leise.

Cangrande, welcher die zwei Frauen, denen er jetztgegenüber saß, nicht aufhörte zu betrachten, bewunderteseine Fürstin und freute sich ihrer großen Leidenschaft.In diesem Augenblicke fand er sie unvergleichlich schöner,als die kleinere und zarte Nebenbuhlerin, welche er ihrgegeben hatte, denn das Höchste und Tiefste der Em-