Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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Ich weiß nicht, ob der Mönch so wohlgestaltetwar, wie der Spötter Ascanio ihn genannt hatte.Aber ich sehe ihn, der wie der blühendste Jünglingschreitet. Mit beflügelten Füßen durchschwebt er denSaal, als trüge ihn Zephyr oder führte ihn Iris.Seine Augen sind voller Sonne und er murmelt Lauteaus der Sprache der Seligen. Gocciola, der vielCyperwein geschluckt hatte, fühlte sich gleichfalls beherztund verjüngt. Auch unter seinen Sohlen löste sichder Marmorboden in weißes Gewölk auf. Er ver-spürte einen unbesiegbaren Durst, das Gemurmel aufden frischen Lippen Astorres, wie man sich über eineQuelle beugt, zu belauschen, und begann neben dem-selben die Länge des Saales zu durchmessen, bald mitgespreizten, bald mit hüpfenden Schritten, das Narren-scepter unter dem Arme.

„Das zärtliche Haupt, das sich für den Vater bot,hat sich auch für die Mutter geboten und gegeben!"lispelte Astorre. „Das schamhafte! wie es brannte!Das mißhandelte! wie es litt! Das geschlagene! wiees aufschrie! Hat es mich je verlassen, seit es aufdem Blocke lag? Es wohnte in meinem Geiste. Esbegleitete mich allgegenwärtig, schwebte in meinem Ge-