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Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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aber trotz der wachsenden Nacht mit deutlicher Ver-neinung.

„Ich habe meinen Korb," sprach Germano trocken.„Komm, Schwager!" und er verließ den Saal mitebenso festen Schritten, als er ihn betreten hatte.Der Mönch aber folgte ihm nicht.

Astorre verharrte in seiner flehenden Stellung.Dann ergriff er, selbst zitternd, Antiopes zitterndeHände und löste sie von dem Antlitz. Welcher Mundden andern suchte, weiß ich nicht, denn die Kammerwar völlig finster geworden.

Auch wurde es darin so stille, daß, wäre ihr Ohrnicht voll stürmischen Jubels und seliger Chöre gewesen,die Liebenden leicht in einem anstoßenden Gelasse ge-murmelte Gebete hätten Vernehmen können. Das ver-hielt sich so: neben Antiopes Kammer, einige Stufentiefer, lag die Hauskapelle, und morgen jährte sichzum dritten Male der Tod des Grafen Canossa. Nachüberschrittener Mitternacht sollte in Gegenwart derWittwe und der Waise die Seelenmesse gelesen werden.Schon hatte sich der Priester eingestellt, den Mini-stranten erwartend.

Ebenso wenig als das unterirdische Gemurmel ver-