Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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lig," „sagte er, und das sollte der Kaiser nicht ver-gessen, da er so hoch steht. Du hast errathen, Wulfrin,daß ich außer ihr geboren bin. Deshalb habe ich einegroße Meinung von ihr und eine wahre Leidenschaft,in der meinigen ein Muster von Tugend zu sein. Eingutes Mädchen führe nicht schlecht mit mir. Du kennstmeine Neigung, an der ich festhalte, wenn mir auchPalma zuweilen Sorge macht. Jetzt sind wir allein— sie scheint heute lenksam — das könnte die Stundesein — wenn es dein Wille wäre" —

„Sei nur getrost, Gnadenreich," ermuthigte Wulf-rin, „die Sache ist abgemacht."

Hätte einer der Gewaltthätigen, welche auf denMischen Felsen nisteten, begehrlich nach Palma ge-griffen, Wulfrin möchte ihm ins Angesicht getrotzt unddas Schwert aus der Scheide gerissen haben, aberGraciosus war zu harmlos, als daß er ihm hätte zür-nen können. Und er selbst fühlte sich mit einem Malevon einem dunkeln Schrecken getrieben, die Schwesterzu vermählen.

„Abgemacht?" fragte Graciosus, „du willst sagen:zwischen dir und der Richterin? Doch wie meinst du —ist Palma nicht am Ende zu wild und groß für mich?"