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XII. Jahrhundert, letztes Drittel. Spielmannsgedichte, Thierepos, Erzählungen.
Heinrich der Glichesaere; „Flos und Blancheflos". Spielmannsgedichte: „Herzog Ernst"; „Salman und Morolf"; „Orendel".
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Erklärender Abdruck zu „Jsengrims Noth".
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Aus dem Thierepos „Jsengrims Noth".
(Grimms Ausgabe Vers 823—838.) Verfasser dieses nur in Fragmenten erhaltenen, um 1170 entstandenenGedichtes ist der Elsasser Heinrich der Glichesaere. Es waren zehn Erzählungen vom Fuchs und Wolf,Vorbild war eine Französische Dichtung. — Diese Fragmente sind die erste erhaltene Deutsche Be-arbeitung der Thiersage.— Die Handschriftenblätter geboren dem Ende des XII.Jahrhunderts an undbefinden sich jetzt auf der Landesbibliothek in Cassel.
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Stück aus den Fragmenten einer dem letzten Dritteldes XII. Jahrhunderts ungehörigen Handschrift derTrierer Stadtbibliothek: „Flos und Blancheflos",
herausgegeben von Steinmeher in der Zeitschrist sür TeutschesAlterthum Bd. XXI., Seile 387 ff. Der Bersasser dieser un-muthigen Geschichte von „Blume und Weißblume" ist nicht be-kannt ; er gehört Niedcrrheinischer Gegend an und dichtete gegen1178 nach Französischer Quelle. — Die mitgetheilten Verse schil-dern. wie Clohris den in Blumen gebrachten Flos entdeckt.
Erklärender Abdruckzu „Flos und Blancheflos".
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Miniatur zu dem um 1190 verfaßten Spieliuannsgcdichte „Salniau und Mo-rols", darstellend Salame und Morolf am Schachbrettc. Von Blatt 309 ^ derStuttgarter Handschrift des XIV. Jahrhunderts.
„Salman und Morolf" ist in der Zeit von 1190—1200 verfaßt, aber nur in einer Überarbeitung desXIV. Jahrhunderts erhalten. Eine Siraßburger Handschrift verbrannte 1870. — Diese Geschichte, dieübermüthigste aller erhaltenen Spielmannsgedichte, handelt von der Wiedererlangung der Frau des KönigsSalman, Salome. Des Königs Bruder, Morolf, ein wunderbares Gemisch von grober, dumm-psiffigerTölpelei und kühner Heldenhaftigkeit, spielt darin die Hauptrolle.
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Anfang des „Herzog Ernst" nach der Handschrift der Wiener k. k. Hofbibliothet Nr. 3028.
Diese Handschrift gehört allerdings erst dem XV. Jahrhundert an, überliefert jedoch das Gedicht in derForm, welche es gegen Ende des XII. Jahrhunderts durch fahrende SPicllente erhielt. — Es gab nochein älteres, bis auf wenige Bruchstücke verlorenes Gedicht vom ..Herzog Ernst"; im XIII. Jahrhundertewurde es nochmals deutsch und auch lateinisch bearbeitet: frühe Drucke verbreiten den Stoss in Prosa amAusgange des XV. Jahrhunderts; seitdem ist es als Volksbuch (siehe Seite 106) häufig gedruckt und findetnoch heute als Jahrmarktsausgabe Abnehmer im Volke. — Herzog Ernst ist ein Baienscher Herzogssohn,er besteht auf einer Fahrt, welche er ins heilige Land unternimmt, zu Wasser und zu Lande gar manchewunderbare fabelhafte Abenteuer, bis er wieder in seine Heimat zurückkehrt.
Erklärender Abdruck zu „Herzog Ernst".
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a. Titelzcilen, L. Schlußzcilen und o. ein Stück des ältesten Druckes vom „Orendel".
Nach dem Exemplare der Münchener Bibliothek. Das Gedicht vom „Orendel" erzählt, wie König Orendel,Graurock, den ungcnähtcn Rock Christi und seine etwas reckenhafte Braut Brcide erwarb. — Dem Ge-dichte liegen noch mythologische Elemente zu Grunde. Der burleske Ton, welcher häufig durchdrinat, undsonstige Umstände werfen auf einen Spielmann als den Verfasser. — Es gehört gleichfalls noch dem letztenDrittel des XII Jahrhunderts an. — Unter den Titelzeilen des Druckes befindet sich noch ein Holzschnitt,zwei Engel darstellend, welche den ungenützten Rock halten. — Die einzige Handschrift dieses Gedichtesgieng 1870 mit der Straßburger Bibliothek zu Grunde.
Erklärungen zu nebenstehendem Abdrucke „Herzog Ernst".
1 vernehmet s besonders S euch 4 groß S sollt 8 ihr 7 hören 8 gut S giebt18 Tapferkeit 11 sagt 12 denen IS statt: äalleim,: 14 bauen IS trauen Ig Würdigtest 17 haben18 kemc 18 vermieden 28 da L1 nicht taugen SS fälsche» SS rönnen 24 sest SS drücken26 als ob 27 Lüge 28 wohnt SS sremden S8 ost SI sorgenvoll.