Buch 
Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : Eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte / Nach den Quellen bearbeitet von Gustav Künnecke
Entstehung
Seite
48
JPEG-Download
 

48 <H-

XIII.XIV. Jahrhundert.

Der Weinschwelg"; Süßkind von Trimberg; Heinrich Frauenlob (4 1318).

^ Nerven

Dem wu rcp

Vv vn Vov1wmr«eher» «u^errvvchv'si^Vl^tv^we^^noch cho^Henirt^K- r» evmch V? chtvleri ctxrnnenei-tll-vor. allen marinenH m voi-lcrvf aUL^r^vekhsru->vn ovverm vnr vori eltzenvape toi^ NvnIrr^rrchvAeornSismÄ aUL?«7Vorrm^anH-rn LvKesch»,ndIvvem1>^e^lprrrü) voern icl) erichermDich, xwl^ cU vvxÄ vwir^k DV A^N bill^

Die veüvrni, rndÄn va^^rhd>o wilioft bowenvrKrlnnADo^pvt» St^ovp vnvnrmm

Anfang des GedichtesDerWeinschwelg".

(Handschrift der Wiener Hofbibl. 2705,

Blatt 173.)

Prächtige Schilderung eines unersättlichen Trinkers.

Ein jeder Absatz des Gedichtes schließt mit den Wor-ten :Do hub er auf und trank" Es gehört nochder zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts an.

Anfang desWeinschwelg".

8>vas^ ioli triuolisiir 2 liaii^ Kssslisii,dar ist Kar von oliindsii^ Kssolislisii.leli liau^ siusn srveloli^ Kssslisii,dem rvil^ ioli maistersolislts islisn?

Den doulitsub beolisr Kar sinvidt, oer volds uaspls uooli elroxlrs^" nilit

Dr trauoli" Krorsn oliainieiiZS

er ist vor allen mannenDia vorlonl" aller srvsllisii.

von oiverii^ unt von siliert^

Vart sollrer slund" nie iiibt Kotau.

er innr^ alle rit vor im stanwDin Krors olranel^ ivsins vol.

Dr spraoli:rvsin, ioli snolisnu^^ dioli wol,Ioli ivsir rvol dar du Knt l>ist;

die rvils din^i in dem varrs-^ ilit^ ist,8o rvil ioli doiveu^ diss bauoli:"-^do Iiub er oul^ nnt trauoli."

1 was immer 2 Trinkens s habe 4 Kinderns Schweiger 6 will 7 zusprechen 8 bauchten g nichts10 Becher II trank 12 aus 13 Kannen 14 vorlaut Vorläufer 15 anorn Auerochsen 16 Elenthieren17 Schlund 18 muß 1S stehen 20 erkenne 21 deiner,von dir 22 Fasse 23 etwas 24 davon inne haben25 Bank 26 aus.

Grabmal Frauenlobs im Krcuzgange des Domes zu Mainz.

Nach Originalphotographie. Der Grabstein ist in Wirklichkeit natürlich nicht schief, sondern rechtwinkelig.Es war nur für den Photographen nicht möglich, im Kreuzgange eine solche Stellung zu nehmen, daßder Grabstein ohne Verschiebungen auf die Platte kam. Dieses Grabmal ist eine Wiederholung desursprünglich ihm gesetzten. Sollte das lockige gekrönte Haupt das Bildniß Franenlobs sein, so würde esdas älteste erhaltene Porträt eines deutschen Dichters sein. Die Umschrift des Steines lautet:V anno äomini meooxviii . . . 1i6inrien8 Lrononlod äsm §ott §6liaät. (Im Jahre des Herrn 1318 .. .Heinrich Frauenlob. dem Gott Gnade schenke.) Auf dem unteren Theile des Grabsteines ist dargestellt, wieer in einem mit drei Kronen geschmückten Sarge von Frauen zu Grabe getragen wird.

Z

Süßkind von Trimberg.

Verkleinerte Miniatur aus der Pariser Liederhandschrift.

Süßkind, ein jüdischer Minnesänger, ein Landsmann des Hugo vonTrimberg, lebte am Ende des XIII. und zu Anfang des XIV. Jahrhunderts.Er muß in sehr dürftigen Verhältnissen gelebt haben, welche oft Gegenstand seinerDichtungen sind. Süßkind ist auf dieser Miniatur durch den typischen spitzenHut als Jude bezeichnet. Dieses Bild wird hier gebracht, um darauf aufmerksamzu machen, wie die höfische Kunstlyrik am Ende des XIII. Jahrhunderts vonallen Classen der Gesellschaft geübt wurde.

Heinrich von (aus) Meißen (oder dem Mainzer Geschlechte zur Meiseungehörig?), genannt Frauenlob, lebte etwa seit 1275 als Fahrender an ver-schiedenen Deutschen Höfen, ist nach 1811 in Mainz ansäßig, wo er 1318 starbundjden 29. November begraben wurde. Bei ihm tritt an die Stelle frühererEinfachheit und rhythmischer Schönheit verworrene Dunkelheit und überkünstelterStrophenbau. Man hat ihn als den ersten Meistersänger bezeichnet; daß er inMainz die erste regelrechte Meistersängerschule gegründet habe, ist nicht nachweis-bar. Aber seine Gedichte waren nach Form und Inhalt ein willkommenes Vor-bild der Meistersänger. Den NamenFrauenlob" erhielt er infolge seinesStreites mit Barthel Regenbogen, ob der NameFrau" oderWeib" vorzu-ziehen sei.

Zu Seite 49.

Berthold von Regensburg ist wahrscheinlich in Regensburg geboren,wurde Franziskaner, begann seine Thätigkeit als Prediger gegen 1250, starb 13. De-cember 1272 in Regensburg. Baiern, Elsaß, die Schweiz, Österreich waren derSchauplatz seiner Wirksamkeit. Er war der gewaltigste Prediger seiner Zeit. Vonseinen wahrscheinlich durch seine Zuhörer aufgezeichneten Deutschen Predigten,welche zu den besten mittelalterlichen Prosaschristen gehören, sind etwa 70 auf unsgekommen.

Johannes Tauler, geb. 1290 zu Straßburg, trat in den Dominikaner-orden (etwa 1308), studierte im Predigercollegium zu Paris Theologie, stand, nachStraßburg zurückgekehrt, unter dem Einflüsse der beiden Mystiker Meister Eckhartund Nicolaus von Straßburg, predigte Deutsch, starb den 16. Juni 1361 bei seinerSchwester, einer Nonne zu St. Claus in den Unden zu Straßburg.

Erklärender Abdruck des Tauler'schen Liedes.

Ds liuinpt aiu soliitk Köladsnrsolit ulk s!n liöolistss port, ies driiiKt uns den suns ^ des vattsrsdar eiviK ivort.

Iltk ainsm stillen ivaKeu^kumpt uns das seliilkiliii,es brüiKt uns riolis Kiiads,die lierren luiiKseii. ^

Älaria, du edler rosre,aller Salden,nin riv^,6du soliousr rittsnlosre, ^iiiaoli uns von suiiden IrzaDar soliilkliii dar Kätb stilleund briiiKt uii.? rielisn last,der seKsl ist die iniiis,der IiailiK Kaist der soliaor.

1 Bord 2 Sohnlich Narcisse 8 geht.

3 Woge 4 hehre Königin 5 Seligkeit 6 Zweig 7 wahrschein-