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XVI. Jahrhundert, Reformationszeit. Volkslieder, Volksbücher.
Volksliedersammlungen; eines der jetzt neu aus Frankreich herübergekommenen Volksbücher: „Schöne Magelone" (1536).
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r>5<n« weg«« Sln ich hie.
KLV» »eynrkwcgen kii, 1«V hte/hery lüb v«r,MNN rvo-r, AN n,«n do>fr,u»S sey t«d »ä d,r,von« treck» ich keyn spor/Lsff «ich d«r rrcw g«,,,«ffen7S«"i »««ner wil ich sern/thü mir d«tn h«y
auffschUeffentschleuB mkch d«ry ll«i» vacsii».
Man hat vn» Sryd« vrrlogen/va» weyff v«bcr« lieb wol/Das hab«, vte fälschet, klaffet g«rhoa/dle find vns öcydcn oichr bolv/Wtr «Zhteo» so wtver vergelren/rarh zä du mein »«w«,fchah/Erst wtl ich dich lieb haben/vem klafft»
aeyo v»d Haff.
Bey meyne» Süleo kopffen/do steetein gLldlS«er schietn/vaüä da leir verfchlossen/va» ,ungehervemrywrvolt <0ot ,ch her den schlüff«t/,chVÜrff ,n in ven Reyn/wer ich Sey meynem Sä»im/wie möcht mir Saß g-scy«.
Bey meyne» Sälen iuffen/vo fleufft ein prün»ieyn kalt/wer des pranlelns thLt winckm/der»ongt vnd wirdk nicht alt / Ich hab des prüniieyn» -errungen / vil manchen stolyeo rrunck/Vil lieber wolt ich mir wünschen/meyn» Säle«rotwmvndt.
In meynes Sälen garten/do stehen vil edeterSläk/rvolt Tot foir ich ir warten/das wer mey«eo heryen freod/ V<« edlen rSfflekn Srechen/detie» ist an der reft/Ich traw sie wol rü erwerben/
hie mir tM heryen t«Vi.
IN meyne» Sälen garten/do steen zwey kenn««Kyn/Vaaein das rregr rNuschkaren/das ander Vcgrleio/DiL Muschkaten dre find sLsse/dt«Negslein die sind reff/die gib sch meinem kükeiefha« er meyn nicht vcrgeß.
Zä dienst sey das gesnngcn/der aller liebstenmeyn / Ir Neb bar mich bezwungen/,«d karr ;rnirsttnd geseyn/Dieweyl sch hab da« l«den/da«glaub ste mirfilrwar/wil /ch sie meauffgeden/vnd lebt ich rausent iar.
Vnd ver vns Visen Reyen sang/so wol gr/nntgen Har/Das haben gethan zwen haw«r/;u ^reyb«rg »n der Stak/Sie haben so wol gesungen/bep wer vnd külem wein/dardey da ist gesessen/derrp-vnnrSchtertein. " ' "
Der Titel „Bergkreien" aufSeite 88 gehört den: ältestenerhaltenen deutschen Bolks-liederbuche an, in welchemLieder ohne Melodien ge-sammeltsind. Es stammt ausdem Jahre 1536 und gehörtder konigl. Bibliothek zu Ber-lin. Das Lied „Ich stund aneinem Morgen" ist dieserSammlung entnommen; essteht dort nicht aus einerSeite, wie hier, sondern auszwei Seiten. Dieses Volksliedist eines der vielgesungenstendes XVI. und XVII. Jahr-hunderts, das auch geistlichumgedichtet wurde. — Dasnebenstehende Volkslied istaus einer etwas späteren, derWeimarer Bibliothek angehö-renden Ausgabe der „Bergk-reien" entnommen. Es stehtim Originale gleichfalls auszwei Seilen. Die Verse3—8: „Bei meines BulenKopffen" (Haupte); warenals selbstständiges Volksliedgleichfalls viel verbreitet. Esläßt sich als sicher nachwei-sen, daß beide Ausgaben der„Bergkreien" in Nürnbergbei Kuncgnnd Hergotin ge-druckt sind.)
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darbey sein wtl/ vt! narren vtl narre thue man findS v»! narren ff thut man sind? vil
narren thut man finsr.
Fastnachtslied „Die Faßnacht ist ein schöne Zeit" aus der Tenorstimmeder ersten Ausgabe der „Ncwen Teutschen Liedlein mit fünff Stimmenvon Orlando di Lassus." München 1547.
Nach dem Exemplare der Göttinger Bibliothek. — Dieses Liev ist aus der ersten der sieben 1567-1590erschienenen, deutsche Lieder enthaltenden Liederbücher des Orlando di Lasso. Dieser „letzte große Ton-meister der niederländischen Schule" ist geb. 1520 zu Moos, war 1557 Director der Kammermusik,1562 oberster Capellmeister des Herzogs Albrecht V. von Baiern und seines Nachfolgers HerzogWilhelm V., als welcher dieser „Fürst der Musiker" zu München den 14. Juni 1594 starb.
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XXXVI. Isaac.
Sbruck ich muß dich lassen/ ich far do hin mein straffen/ in stcmde
landr do hin/ «nein frcud ist mir gcnom?/ die ich nie weiß bckummen/ wo ich im e»
lend bin/ rvo ich im e
lendtbin.
Groß leid muß ich yetz tragen / da» ich allein rhn klagen / dem liebsten büken mein/ ach lieb nmrlaß mich armen/ im heryen dein erbarmen/ das ich muß von dannen fern.
Meyn rrost sb allen rvcyben / dein thu ich ewig pleybcn / stet trew der cren stust» / nun muß dichGott bcrvaren/in aller chl^enr sparcn/biß das ich wider kum.
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Das am meisten gesungene Reiselied des XVI. Jahrhunderts: „Innsbruck, ich muß dich lassen" ausder Teuorstimme von Georg Försters Sammlung:
Ein «Wust Wer alter vk nav-
er Teutscher liedlem/einer rechten Teutschen att/
auffollerky Instrummkm Mbrguchm/avßwlescn.
Getruckt zu klürnberA bey Ioh-npetreio anno M.D.XXXIX.
Mlc Ecbön Mgcloiia
Insastküklge vn kurtzweyllge Dt»
jrori/vorm der schönen Magelona/ems Limmg
tochtervou Mccrples/vn emem Rwter/Iettcrüt perer-nntsilbentt sthlösselu / ems Gmffett sott auß Vr-vincia/durch MagisterVetter» Warbeck/außFratttzösisther sprach nr die Teiicsche verdolmetscht/mr't eynenr SettdOuefsGeorgh Spalatt,»/.
N 8
Die Melodie dieses noch heute vielgesungcnen Volksliedes (das auch geistlich umgedichtet wurde: „O Welt ich muß dich lassen") hat sich imProtestantischen Kirchcngesauge in Paul Gerhardts Liede: „Nun ruhen alle Wälder" gehalten. Die Melodie ist von H. Jsaak, dein bedeutend-Komponisten des XV. Jahrhunderts (-s- um 1518). — Georg Förster (geb. um 1514, wahrscheinlich in Amberg, Luthers mnsi-a >1 )er Freund in Wittenberg, Leibarzt des Pfalzgrafen Wolfgang in Heidelberg; gestorben den 12. November 1568 in Nürnberg), gab^)erl II V seiner, namentlich auch für Volksmelodien wichtigen, 380 meist vierstimmige, weltliche uud geistliche Lieder enthaltenen Samm-lungen 1540—1556 heraus. — Nach dem Exemplare der Jenaer Universitätsbibliothek.
Titel der ersten Ausgabe des Volksbuches „Die schöne Magelone", gedruckt1536 bei Heinrich Stayner in Augsburg. .
Nach dem Exemplare der Berliner Bibliothek. — Um diese Zeit traten nach französischen Quellen nochfolgende Volksbücher in unsere Literatur: „Fierabras" (1533), „Haiuwnßkinder" (1535), „Octavianns"
(1535), „Galuch" (1539).